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Das Prinzip der Nützlichkeit (Utilitarismus)

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Es geht um den Nutzen und um das Verhältnis zum philosophischen Prinzip der Nützlichkeit. Bitte beachten Sie auch:

Nutzen Utilitarismus Interessen Motive Bedürfnisse Phase 3 Nutzenerwartung Nutzenorientierung Nutzenanalyse

Das Wort Utilitarismus stammt vom Lateinischen utilitas ab, das mit Nutzen oder Vorteil zu übersetzen ist. Der Utilitarismus beschreibt eine zweckorientierte, teleologische Ethik.1 Der Rechtsphilosoph Jeremy Bentham ist der Begründer des klassischen Utilitarismus. Er sieht die Basis für das Wirken der Menschen in dem Widerspruch zwischen Leid und Freude.2 Bentham definiert das Prinzip der Nützlichkeit als den Maßstab, der schlechthin jede Handlung in einem Maß billigt oder missbilligt, wie ihr die Tendenz innezuwohnen scheint, das Glück der Gruppe (der davon Betroffenen), deren Interesse in Frage steht, zu vermehren oder zu vermindern.3 Es gibt Übereinstimmungen mit dem Nutzenbegriff der Mediation. Hier stellt sich der Nutzen aus der Verwirklichung der Motive her. Das geht weit über die (lediglich) auf eine Handlung oder Unterlassung gerichteten Interessen hinaus.

Beispiel 15289 - Sie kennen das Orangenbeispiel, wo zwei Geschwister über eine Orange streiten. Die Mutter arbeitet das Interesse heraus, das sich auf die Verwendung der Orange beschränkt. Die eine Tochter will Kuchen backen, die andere Orangensaft trinken. Jede Partei kann ihre Interessen 100% verwirklichen. Was aber, wenn beide Schwestern Orangensaft trinken wollen. Sind wir dann wieder in einem Verteilungskonflikt? Nicht wenn wir auf die Motive zum Streit eingehen.


In der Sprache des Utilitarismus könnte man sagen, das Glück der Schwestern, die beide Orangensaft trinken wollen, ergibt sich nicht aus der Verteilung der Orange, sondern aus der Bedeutung, die ihr zugeschrieben wird und der Rückkopplung zu den Bedürfnissen, die den Konflikt ausgelöst haben. Indem die Bedeutung hinterfragt wird, stellen sich weitere Ebenen her, auf denen die Lösung zu finden ist.4 Weil es in der Mediation zumindest vordergründig nicht um ethische Auseinandersetzungen geht, wird der Nutzen in der Phase drei ganz individuell ermittelt, indem zunächst der erwartete Nutzen (nicht die Lösung!) aus der Sicht jeder einzelnen Partei herausgearbeitet wird, um dann Gemeinsamkeiten und Schnittstellen zu finden, die zu einem gemeinsamen Nutzen führen. Die Kriterien des Nutzens ergeben sich somit aus der erwarteten Befriedigung.

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Bedeutung für die Mediation

Die Ausrichtung am Nutzen ist von zentraler Bedeutung der Mediation, wenn sie dem Konzept der kognitiven Mediationstheorie folgt. Der Mediator fragt stets nach dem Wozu, was auf den Nutzen hindeutet, nicht nach dem Wie, was auf die Lösung hindeutet. Das Wie ergibt sich aus dem Wozu. Um diesen Fokus zu unterstreichen, wird die Nutzenorientierung als einer der Grundsätze der Mediation festgeschrieben.

Nutzenorientierung

Hinweise und Fußnoten

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Bearbeitungsstand: 2023-03-11 16:23 / Version 4.

Alias: Nützlichkeitsprinzip
Siehe auch: Nutzen
Prüfvermerk: -


Based on work by Arthur Trossen
Seite zuletzt geändert am Freitag März 1, 2024 01:16:02 CET.

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