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Seiten-ID: 1466 Kommunikation ist mehr als nur Worte Abteilung »  Wissen Inhalt »  Einführung »  Übersicht

Im Anfang war das Wort ...

Die Mediation ist ein Prozess, der nicht nur Erkenntnisse erfordert, sondern auch ermöglicht. Ihr wichtigstes Werkzeug ist die Kommunikation. Sie kann in einen Konflikt hineinführen und wieder heraus. Wie sonst soll es gelingen, dass Parteien, die sich ganz und gar nicht einig sind, selbst eine einvernehmliche Lösung finden?




Miteinander reden
ist manchmal gar nicht so einfach


Der Ursprung der Sprache mag in der aus Gesten und Lauten bestehenden Protosprache gesehen werden. Später entwickelten sich die ersten Wandmalereien, in denen Zeichensysteme und Zahlen erkennbar waren, bis die Ägypter die Hieroglyphen erfanden.1 Schrift und Sprache haben sich zu einem komplexen Kodex entwickelt, dessen Information sich nicht nur in Zeichen und Wörtern erschöpft, sondern in einem komplexen Prozess, den wir Kommunikation nennen.

Die Kommunikation

Kommunikation ist schwerer als Sie glauben. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns gut verstehen, geht gegen Null. Mit dieser schwerwiegenden Aussage beginnt das nachfolgende Video über einen Vortrag von Rossié. Schauen Sie sich an, was die Kommunikation so schwer macht:

Wenn der Mediator Verstehen vermitteln will, muss er die Fehlerquellen der Kommunikation kennen, denn die Kommunikation dient der Verständigung. Wie schwierig und komplex Kommunikation sein kann, belegt dieser ebenso amüsante wie spannende Vortrag von Michael Rossié. Er deutet darauf hin, worauf zu achten ist, wenn man etwas zum Ausdruck bringen will. Die Begründungssemantik wird zum Schieberegler. Die gut gemeinte Sandwichtaktik degradiert den Menschen zur Maschine, ebenso wie die Ermahnung zur Sachlichkeit.

Ja, die Kommunikation kann gefährlich sein, auch wenn sie gut gemeint ist. Der Vortrag ist ein guter, kurzweiliger Einstieg, um zu erkennen, wie Missverständnisse entstehen und vielleicht auch wie sie zu vermeiden sind.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem Video um ein bei Youtube (Google) hinterlegtes Video handelt. Es wurde im erweiterten Datenschutzmodus eingebettet. Was das bedeutet, erfahren Sie in der Datenschutzerklärung.

Eintrag im Videoverzeichnis erfasst unter So kommunizierst du richtig

Das Einführungsvideo führt zu der ersten wichtigen Erkenntnis:

 Merke:
Leitsatz 5257 - Die Kommunikation ist vielschichtig. Sie besteht aus mehreren Ebenen. Augenfällig sind die Sachebene und Emotionsebene. Die Emotionsebene wird erkennbar, wenn der Sender von dem sachlichen Ton abweicht. Dann sollte der Empfänger auf die Emotionsebene folgen.

Rossié verknüpft die Kommunikation mit dem Verstehen. Ist das Verstehen nicht eine Angelegenheit des Denkens? Und was ist mit der Wahrnehmung? Das Verstehen ist sicherlich ein Zweck der Kommunikation. Aber wer sagt, dass es darauf ankommt? Vielleicht rede ich nur um zu reden. Aber ist das nicht auch bereits eine Kommunikation, die man verstehen sollte?

In der Mediation ist das Verstehen der wichtigste Zweck der Kommunikation. Also kommt es darauf an, die´ Kommunikation so auszurichten, dass ein Verstehen möglich wird. Um das zu erreichen, kommt es darauf an, sich genauer mit der Kommunikation und all ihren Aspekten auseinanderzusetzen.

Definition

Das Wort wurde aus dem Lateinischen communicatio übernommen und bedeutet Mitteilung. Maier definiert die Kommunikation einmal als einen Prozess der Übertragung von Nachrichten zwischen einem Sender (Kommunikator) und einem oder mehreren Empfängern (Rezipienten) und zum anderen als der Austausch von Botschaften oder Informationen zwischen Personen, wobei als Kommunikationskanäle die Sprache einerseits sowie die Körpersprache verwendet werden.2 Im Google Wörterbuch wird die Kommunikation als die Verständigung zwischen Menschen mithilfe von Sprache oder Zeichen definiert.3 Es geht um mehr, als nur miteinander zu reden. Die Kommunikation ist ebenso komplex wie die Menschen und die Situationen, in denen sie geschieht. Psychologen sagen deshalb, die Kommunikation sei die Anleitung zur Rekonstruktion einer Wirklichkeit. Mit jeder Kommunikation sagt der Mensch etwas über sich und die Art und Weise, wie er die Welt sieht. Es kommt also darauf an, den Menschen zu verstehen, um seine Kommunikation zu verstehen, so wie es darauf ankommt, die Kom munikation zu verstehen, um den Menschen zu verstehen. Um die Kommunikation zu verstehen, muss sich der Rezipient über die verschiedenen Ausgestaltungen und Dimensionen der Kommunikation bewusst sein, denn sie unterstreichen die Relativität der Kommunikation.

Kommunikation
 Merke:
Leitsatz 5253 - Die Mediation wird als ein kommunikatives Verfahren beschrieben, weil die Kommunikation das zentrale Arbeitsmittel ist, um die Parteien zu verstehen und Verstehen zu vermitteln.

Kommunikationstheorie

Die Kommunikationstheorie versucht, die Beschreibung der Kommunikation wissenschaftlich zu erklären. Es gibt mehrere Ansätze und demnzufolge auch mehrere Theorien, die sich auf den unterschiedlichen Zweck der Kommunikation einlassen. Für die Mediation ist die Vorstellung ausschlaggebend, dass die Kommunikation ein Austausch von Informationen darstellt. Es wird ein Sender-Empfänger-Modell zugrunde gelegt, das auf die mathematische Theorie der Kommunikation von Warren Weaver und Claude E. Shannon zurückgeführt wird. Grundlage ist die Informationstheorie Shannon aus dem Jahre 1950. Die Informationstheorie geht davon aus, dass der Empfänger einer Nachricht in der Regel über den Zustand eines Systems weniger weiß als ihr Sender. Der unterschiedliche Kenntnisstand führt zu Informationsdefiziten, die als Entropie bezeichnet werden. Nach diesen Überlegungen besteht das Ziel der Kommunikation (also des Informationsaustauschs) darin, die Entropie zu verringern. In einer mathematischen Formel ausgedrückt, ist der Verlust an Entropie gleich der Zunahme an Information. Um die Entropie, und somit auch die benötigte Informationsmenge, messen zu können, wird die Anzahl von Fragen gezählt, die der Empfänger benötigt, um sein Unwissen zu beseitigen.4 Die Ausführungen von Shannon und Weaver geben zumindest einen Anhaltspunkt, wie sich die Informationsdefizite bei einem Informationsaustausch reduzieren lassen. Sie weist auf die Notwendigkeit, die Erkennbarkeit und die Ausrichtung der Fragen hin, die ein Mediator zu stellen hat. Zu bedenken ist jedoch, dass sich die Theorie nicht auf die Semantik der Sprache einlässt, die in der Mediation im Zusammenhang mit der Motiverhellung eine außerordentlich wichtige Rolle spielt und ebenfalls zu hinterfragen ist. In allen Fällen geht es jedoch darum, einen vollständigen Informationsaustausch sicherzustellen. Welche Informationen zu erheben und auszutauschen sind, wird im Zusammenhang mit dem Informationshandling beschrieben.

Über den Umgang mit Informationen in der Mediation

Wechselwirkung und Verantwortung

Die Kommunikation entfaltet eine Wechselwirkung, bestehend aus Aktion und Reaktion. Das Zusammenspiel der wechselwirksamen Einflüsse wird als Interaktion beschrieben. Letzten Endes ist die Interaktion (also die durch die Kommunikation erzeugte Wechselwirkung) ausschlaggebend dafür, wie sich Zukunft und Prozesse gestalten.

Die Interaktion zwischen Sender und Empfänger 

Zur Kommunikation gehören immer (mindestens) zwei Teilnehmer. Hier werden sie als Sender oder Empfänger bezeichnet. Die Rollen wechseln mit jedem Kommunikationsvorgang. Wenn die Begründung zum Mediationsgesetz verlangt, dass der Mediator für das Gelingen der Kommunikation verantwortlich sein soll,5 wird übersehen, dass die Verantwortung für die Kommunikation nicht auf einen Kommunikanten beschränkt werden kann.

 Merke:
Leitsatz 5254 - Für eine gelingende Kommunikation sind immer zwei (alle Kommunikationsteilnehmer) verantwortlich.

Der Sender muss seine Kommunikation so ausrichten, dass der Empfänger die Botschaft verstehen kann. Der Empfänger muss seine Kommunikation so ausrichten, dass der Sender versteht, was dazu erforderlich ist. Hierzu gibt es eine Parallele im Recht. Danach ist bei der Auslegung einer empfangsbedürftigen Willenserklärung nicht ausschließlich der wirkliche Wille des Erklärenden zu erforschen. Es ist auch auf den
Empfängerhorizont, also darauf abzustellen, wie der Empfänger die Willenserklärung zu verstehen hatte.6 Das Recht zwingt den Sender also in gewisser Weise, sich auf die Verständniswelt des Erklärungsempfängers einzustellen.

Die Kommunikation ist ein komplexer Vorgang. Um besser zu verstehen, was sich alles hinter diesem Vorgang verbirgt, sollen die Aspekte der Kommunikation im Nachfolgenden herausgestellt werden.

Kommunikationsrahmen

Die Kommunikation erfolgt immer in einem Umfeld, das ihren Rahmen bildet. Es gibt eine freie, eine geregelte Kommunikation und eine Metakommunikation.

informelle Kommunikation

Die freie, ungeregelte Kommunikation ist eine informelle Kommunikation. sie erlaubt einen ungezwungenen Austausch und ein sich Näherkommen. Die wichtigsten Entscheidungen werden nicht am Konferenztisch sondern eher im informellen Kontext, in der Raucherpause, in der Kaffeepause, beim Arbeitsessen usw. getroffen. Zumindest wird dort ihre Basis gelegt.

formelle Kommunikation

Das beste Beispiel für eine formelle Kommunikation ist die juristische Kommunikation vor Gericht. Sie braucht nicht einmal ein Gegenüber. Bleibt eine Behauptung unbestritten, gilt sie als eingestanden, ohne dass darüber gesprochen wird. Die formelle Kommunikation kann einen Rahmen herstellen, um die Kommunikation zu steuern und gegebenenfalls auch zu ermöglichen. Sie kann andererseits die Kommunikation aber auch einschränken und behindern. Wieder findet sich ein Beispiel in der Gerichtsverhandlung. Was nicht den Rechtsvorschriften entspricht, kommt nicht zur Sprache.

Metakommunikation

Die Metakommunikation ist eine Kommunikation über die Kommunikation. Sie stellt sich außerhalb des Kommunikationsrahmens und erfordeert zugleich einen Rahmen, der sie ermöglicht. Die Metakommunikation führt stets zu einer Auseinendersetzung (Reflexion) mit der Art und Weise, wie kommuniziert wird. Sie erlaubt es, den Rahmen festzulegen.

Bedeutung der Metaebene 

Kommunikationsformen

Der Ablauf einer Kommunikation kann sich ganz unterschiedlich gestalten. Er kann linear, zirkulär oder rekursiv ausgestaltet sein.

lineare Kommunikation

lineare Kommunikation

Die lineare Kommunikation ist die alltägliche „normale" Kommunikation. Der Sender sagt etwas und setzt damit Informationspunkte. In dem Satz: "Ich fahre jeden Tag mit dem Zug nach Frankfurt", gibt es die Anknüpfungspunkte fahren (Tätigkeit), jeden Tag (Zeit), mit dem Zug (Mittel), nach Frankfort (Ort). Der Empfänger wird je nach seiner Assoziation einen oder zwei der Anknüpfungspunkte aufgreifen und dazu etwas sagen: "Ich schwimme lieber, am liebsten im Urlaub". Wieder gibt es Anknüpfungspunkte, die je nach Assoziation das Gespräch in eine ganz andere Richtung treiben. so kan sich das Gespräch, dass mit der Fahrt nach Frankfurt begonnen hat sich plötzlich auf ganz andere Themen ausdehnen.

zirkuläre Kommunikation

zirkuläre Kommunikation

Die zirkuläre Kommunikation erkennen Sie daran, dass sich das Gespräch im Kreis dreht. Die Gesprächspartner kommen immer wieder auf bestimmte Punkte zurück. Es ist ein Zeichen dafür, dass diese Punkte nicht abgearbeitet wurden. Eine Metakommunikation kann aus der zirkulären Kommunikation herausführen. Ist die zirkuläre Kommunikation konfliktmotiviert, bedarf es anderer Interventionen wir z.B. die Paradoxe Intervention .

rekursive Kommunikation

rekursive Kommunikation

Die rekursive Kommunikation ist die dominante Form der Kommunikation in der Mediation. Ganz anders als die lineare Kommunikation führt sie den Gedanken des Senders nicht weiter, sondern zurück. Das Gesagte wird hinterfragt. Die Erklärungs- und Bedeutungshoheit verbleibt beim Sender. Technisch verwirklicht sich die rekursive Kommunikation m it dem präzisen Zuhören.

Kommunikationsarten

Zu unterscheiden sind:

verbale Kommunikation
Diese Kommunikation unterstreicht den inhaltichen Aspekt. Sie betrifft das gesprochene oder geschriebene Wort. xxx
nonverbale Kommunikation
Diese Kommunikation erfolgt auf der analogen, also der sinnlich wahrnehmbaren Kommunikationsebene. Sie macht einen Großteil der Mediation aus. Sie ist deshalb besonders aussagekräftig, weil sie unbewusst wahrgenommen wird. Betroffen sind die Körpersprache (Mimik und Gestik) und die räumliche Köpersprache (Distanzzonen).
paraverbale Kommunikation
Diese Kommunikation ist eine begleitende Kommunikation. Sie betrifft die Art und Weise, wie eine Botschaft übermittelt wird. Sie erfolgt ebenfalls nonverbal und drückt sich im Tonfall, im Schweigen, in der Aussprache, in der Lautstärke, der Tonlage, der Sprachmelodie, der Betonung, der Sprechgeschwindigkeit, aber auch eventuell im Lachen, Seufzen, Räuspern, Kopfnicken, Murmeln, Stammeln usw. aus.

Dieses Youtube-Video zeigt die Fuge aus der Geographie von Ernst Toch aus dem Jahr 1930. Es handelt sich um den letzten Satz einer Suite mit dem Titel „Gesprochene Musik“. Die gesprochenen Worte bestehen nur aus geographischen Bezeichnungen.
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Die Fuge wird vorgetragen von dem Puschenquartett, einem Ensemble, bestehend aus Dennis Brause, Sarah Brochtrup, Christian Busch und Maxim Fischer. Die Künstler machen in dem gesprochenen und gespielten Chorgesang sichtbar, welche Stimmen zueinander gehören und miteinander kommunizieren. Die verbale Kommunikation tritt völlig in den Hintergrund. Es gibt keine Sachebene mehr. Was da passiert, verstehen Sie nur aufgrund der nonverbalen und der paraverbalen Kommunuikation.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem Video um ein bei Youtube (Google) hinterlegtes Video handelt. Es wurde im erweiterten Datenschutzmodus eingebettet. Was das bedeutet, erfahren Sie in der Datenschutzerklärung.

Eintrag im Videoverzeichnis erfasst unter Fuge aus der Georgrafie

Kommunikationsaxiome

Watzlawick hat in einer Kommunikationstheorie 5 Axiome7 herausgearbeitet:

  1. Man kann nicht nicht kommunizieren
  2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
  3. Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung
  4. Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten
  5. Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär

Kommunikationsaxiome

Kommunikationsebenen

Die Kommunikation findet auf mehreren Ebenen statt, die ein Mediator stets unterscheiden sollte.

Zwei Ebenen

Kommunikationsebenen

Während sich der Inhaltsaspekt in der gesprochenen (digitalen) Kommunikationsmodalität verwirklicht, ergibt die sinnlich wahrnehmbare analoge Kommunikation meist den Beziehungsaspekt. Ganz nach dem Motto: der Ton macht die Musik.

Kommunikationsquadrat

Kommunikationsquadrat

Schulz von Thun hatte zwei Ebenen der Kommunikation auf vier ausgeweitet. Zur Sach- und Beziehungsebene treten die Verständnisebenen von Sender und Empfänger, der Appell begegnet der Ich-Botschaft. In der alltäglichen Kommunikation werden diese Ebenen nicht differenziert wahrgenommen. Man hört den Appell, den Vorwurf und die Beleidigung, ohne dabei die anderen Ebenen im Blick zu haben.

Kommunikationsquadrat 

Ich-Botschaften

Kommunikationsbotschaft

In jeder Kommunikation steckt eine Information über den Sender. Er offenbart etwas über sich selbst. Hier finden wir den Zugang zu Motiven und Bedürfnissen.

Ich- und Du-Botschaften 

Kommunikationsmodelle

Wichtig ist noch der kontextuelle und strategische Rahmen, in dem die Kommunikation verläuft. Er definiert oder unterstreicht den Zweck der Kommunikation. Es macht einen Unterschied, ob die Kommunikation im Rahmen einer Konfrontation oder einer Kooperation stattfindet. Eine wichtige Bedeutung kommt den Rollen zu, die die Kommunikanten zueinander einnehmen. Besonders bei den triadischen Verfahren hat es sich herausgestellt, dass die formale Rollenvorgabe für den neutralen Dritten einen massiven Einfluss auf die Gestaltung der Kommunikation nimmt. Die an den Verfahren ausgerichtete Unterscheidung drückt sich in unterschiedlichen Kommunikationsmodellen aus, bei denen der Einfluss des Dritten die Kommunikationsachsen und die Ausrichtung der Kommunikation festlegt. Die nachfolgenden Grafiken zeigen den grundsätzlichen Unterschied:

Kommunikationsmodell Gericht


Kommunikationsmodell Gericht

Kommunikationsmodell Schlichtung


Kommunikationsmodell Schlichtung

Kommunikationsmodell Mediation


Kommunikationsmodell Mediation


Kommunikationsmodelle Kommunikationsachsen

Kommunikationsvariablen

Die Kommunikationsvariablen sind Bedingungen für eine gelingende Kommunikation. Eine unbedingte Voraussetzung ist die wertschätzende Haltung. Carl Rogers, ein amerikanischer Psychologe und führender Vertreter der humanistischen Psychologie, hat als Elemente einer einfühlsamen Haltung drei grundsätzliche Elemente herausgearbeitet, die ebenso kurz wie ungenau auch als Variablen der Kommunikation bezeichnet werden.8 Es handelt es sich um Kommunikationsbedingungen, die für ein gegenseitiges Verstehen als unerlässlich angesehen werden und auch in der Mediation zu beachten sind:

  1. Akzeptanz: Der Mediator kann das entgegennehmen was gesagt und gemeint ist, auch wenn es ihm ethisch bedenklich erscheint.
  2. Empathie: Die Fähigkeit des emotionalen Nachvollziehens (Einfühlungsvermögen).
  3. Authentizität (auch Echtheit, Kongruenz): Der Mediator denkt und fühlt wie ein Mediator und spielt nicht lediglich eine Rolle.

Kommunikationsvariablen 

Kommunikation im Streit

Auch der Streit ist Kommunikation. Allerdings verliert die Kommunikation im Streit ihre Sachlichkeit. Die Interaktionen sind meist emotionsgesteuert und demenstprechend unkontrolliert. Die Sprechgeschwindigkeit nimmt zu, auch die Lautsärke. Die Du-Botschaften werden nach vorne gestellt. Die Inhalte und die Wahrnehmung werden streitsensitiv ausgelegt. Es kommt zu Wahrnehmungsverzerrungen. Ein geschickter Mediator kann die Streitkommunikation ausbremsen. Die Kommunikation wird entschleunigt. Die Mediation unterstützt die friedliche Auseinandersetzung, in dem sie jeden Streitanlass vermeidet. Gegebenenfalls können Gesprächsregeln helfen, ein Entgleisen der Kommunikation zu verhindern. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Gesprächsregeln die Kommunikation nicht beeinträchtigen, sondern unterstützen.

Kommunikationstipps Konfliktverhalten Gesprächsregeln

Bedeutung für die Mediation

In der Mediation hat der formale Rahmen die Aufgabe, eine informelle Kommunikation zu ermöglichen. Die informelle, lineare Kommunikation wird an der Struktur der Mediation und an den Themen ausgerichtet. Der Mediator achtet darauf, dass diese Anknüpfungspunkte nicht verloren gehen. die vorliegende Kommunikationsform der Mediation ist die rekursive Kommunikation. Sie wird durch das Loopen bzw. das präzise Zuhören initialisiert. Der Mediator führt den Gedanken nicht fort, sondern greift ihn auf. Beim zuhören achtet der Mediator besonders auf die ich Botschaft des Senders. Die Windows-Technik hilft ihm dabei, den Fokus auf den Sender zurückzulenken.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen

Bearbeitungsstand: 2022-05-17 03:48 / Version 47.

Alias: Kommunikation, Kommunikationsebenen, Metakommunikation, Kommunikationstheorie, lineare Kommunikation, informelle Kommunikation
Siehe auch: Kommunikationsaxiome, Kommunikationsquadrat, Zuhören, Kommunikationsvariablen, Rhetorik
Literaturhinweise: Watzlawick (Menschliche Kommunikation), Schulz von Thun(miteiander reden)
Prüfvermerk:

© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Kommunikation" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/Kommunikation

Zuletzt bearbeitet von Arthur Trossen , basierend auf der Arbeit von ArthurTrossen und Bernard Sfez .
Seite zuletzt geändert am Dienstag Mai 17, 2022 03:48:32 CEST.
Durchschnittliche Lesedauer: 13 Minuten