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Die wissenschaftlichen Theorien zur Mediation

Wissensmanagement » Sie befinden sich auf der Titelseite Mediationstheorien der Rubrik Wissenschaft in der Wiki-Abteilung Akademie. Es geht um die wissenschaftliche Herleitung der Mediation und die dazu führenden Theorien.

Fachbuch


Worum es geht: Die Auseinandersetzung mit den Theorien der und hinter der Mediation gehört zwar zum Themenkoplex Wissenschaft. Es ist der Bedeutung des Themas zu verdanken, dass daraus eine eigenständige Rubrik der Abteilung Akademie geworden ist, die sich zwischen der Wissenschaft und der Forschung angesiedelt wurde.

Einführung und Inhalt: Als Mediationstheorie wäre eine wissenschaftlich fundierte Herleitung der Mediation zu bezeichnen, die genau erläutert, warum was wie in der Mediation funktioniert oder zu funktionieren hat. Auch wenn die Harvard-Forschung oft zur wissenschaftliichen Begründung der Mediation herangezogen wird, erfüllt sie nicht den Anspruch einer Herleitung. Die Mediation geht weit über die Erkenntnisse des Harvard-Konzeptes hinaus. Wenn sie als die Lehre von der vermittelnden Kommunikation1 bezeichnet wird, sollte sie ein System von wissenschaftlichen Lehrsätzen zusammenfassen können.

Anforderungen an eine Mediationstheorie

Eine auf die Vorgänge in der Mediation bezogene, wissenschaftliche Herleitung muss sich nicht nur auf die Kommunikation, sondern auch auf die Gedankenarbeit einlassen können, die in der Mediation zu absolvieren ist. Eine Theorie zur Mediation muss sich also mit der Frage auseinandersetzen, was, warum und wie es den Parteien möglich wird, selbst bei einem hoch eskalierten Streit eine einvernehmliche Lösung zu finden. So betrachtet bildet die Mediationstheorie eine Klammer um andere Theorien, die sich mit der Kommunikation, den Konflikten, der Eskalation usw. auseinandersetzen.

 Merke:
Leitsatz 3229 - Denken bedeutet, durch die Aktivität des Verstands zu Aussagen, Gedanken und Schlussfolgerungen zu gelangen. Dabei ist die Erkenntnis die Einsicht, die Schlussfolgerungen einerseits ermöglicht und andererseits aus ihnen resultiert. Die Mediation ist mehr als alle anderen Verfahren darauf angewiesen, dass die Parteien zu Erkenntnissen gelangen.

Theorien und Theoriefragmente

Es gibt viele wissenschaftliche Theorien, die in der Mediation eine Rolle spielen. Es gibt mindestens ebenso viele Theoriefragmente, auf die die Mediation zurückgreift. Die folgende Übersicht soll dazu beitragen, deren Bedeutung und ihr Zusammenspiel innerhalb der Mediation zu erkunden. Die Theorien selbst werden in den Beiträgen besprochen, auf die die folgende Liste hinweist:

Das Harvard-Konzept wird immer als Erstes genannt, wenn von Theorien zur Mediation gesprochen wird. Es beschreibt in erster Linie ein Verhandlungsmodell und leitet die Anforderungen an ein konstruktives Verhandeln her. Die Mediation hat die im Harvard-Konzept erarbeiteten Prinzipien des Verhandelns vollständig implementiert.

Die Verhandlungstheorie betrifft einen wissenschaftlichen Erklärungsansatz über die Verhandlungsstrategien. Sie erläutert den Unterschied zwischen distributiver und integrativer Verhandlung.

Die Containertheorie erleichtert die Recfhtsanwendung und die Methodik der Mediation. Sie defioniert das Verfahren als einen Rahmen, der wie ein Container behandelt werden kann. Container lassen sich befüllen und kombinieren. Mit der Containermethapher wird deutlich, dass und wie die Mediation als Methode auch in einem anderen Rahmen (Verfahren, Container) auszuführen ist.

Die Kognitionstheorie ist ein umfassendes theoretisches Rahmenwerk, das sich mit mentalen Prozessen und Fähigkeiten befasst, die mit dem Erwerb, der Organisation, dem Verständnis, der Nutzung und der Verarbeitung von Informationen verbunden sind.

Die Kommunikationstheorie trägt dazu bei, die Kommunikationsdefizite in einem Sender-Empfängermodell zu überwinden. Es gibt verschiedene Theorien, mit denen die Beschreibung der Kommunikation wissenschaftlich erläutert wird. In der Mediation tragen sie dazu bei, den kommunikativen Prozess (un dden Informationsaustausch) zwischen den Parteien besser zu verstehen.

Die Informationstheorie erläutert, was Informationen sind und wie mit Informationsdefiziten (aus einer mathematischen Sicht) umnzugehen ist. Es gibt Überschenidungen mit der Kommunikationstheorie.

Die ZMediatAusbV spricht von der Konflikttheorie. Es gibt aber mehrere. Unabhängig davon ist die Konflikttheorie keine Theorie zur Mediation, wohl aber eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen Konflikt, das in einem Verfahren der Konfliktbewältigung eine ausschlaggebende Bedeutung hat.

Die von Glasl entwickelte Eskalationstheorie beschreibt die Stufen der Eskalation und den Umgang damit.

Schwarz hat verschiedene Konfliktverhaltensformen extrahiert und als Konfliktlösungsversuche in einen Zusammenhang gestellt. Er benennt insgesamt sechs Stufen der Konfliktlösung, die er aus einer Parallele zur Zivilisationsentwicklung des Menschen ableitet und die zu einem Lernprozess im Konfliktverhalten geführt habe. Die Theorie erläutert die Evolution der Konfliktlösungsversuche in einem konfliktstrategischen Bezug.

Die Spieltheorie ist eine mathematisch ausgerichtete Entscheidungstheorie für eine als Spiel modellierte Situation, in der das Ergebnis nicht von einem Entscheider allein abhängt, sondern von der Interaktion mit anderen Individuen. Die Spieltheorie setzt sich mit strategischen Entscheidungen auseinander. Sie ist bei der Ausahl und der Gestaltung der Mediation von Belang, weil die Mediation auf eine Kooperation angewiesen ist, die strategisch nicht immer naheliegt.

Die Systemtheorie versucht soziologische Strukturen in ihrer gesamten Komplexität zu begreifen. Sie kann mit diesem Auftrag auch auf die Mediation angewendet werden und wirkt sich auf den Umgang mit Informationen, die Bewältigung der Komplexität, die Herstellung einer Emeregenz und nicht zuletzt die Rolle des Mediators und der Parteien aus.

Der Konstruktivismus ist vom Realismus abzugrenzen. Es geht in beiden F#ällen um die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Erkenntnis und Realität. Es gibt direkte und indirekte Berührungspunkte mit der Mediation, wenn es um die Wahrnehmung, das Denken, die Wirklichkeit, die Wahrheit und die Realität geht.

Umfassende Herleitung

Anders als bei den zuvor angesprochenen Theorien würde eine Theorie der Mediation eine wissenschaftliche Herleitung beschreiben, mit der sich die Mediation insgesamt (und nicht nur einzelne Phänomene) erklären lässt. Eine Mediationstheorie sollte also jeden Schritt in der Mediation aus einem wissenschaftlichen Erklärungsmodell heraus erläutern und beschreiben können. Die Notwendigkeit zur Einführung einer Mediationstheorie wird auch von Egner belegt.2 Die bisher einzige Theorie, die diesen Anspruch erfüllt, ist der Erklärungsansatz, der als kognitive Mediationstheorie eingeführt wurde.3

Die kognitive Mediationstheorie (kurz: Mediationstheorie) beschreibt die Mediation aus einem kognitionswissenschaftlichen Ansatz heraus in ihrer interdisziplinären und interprofessionellen Anwendung. Sie basiert auf der Grundannahme, dass die Mediation ein erkenntnisbasiertes Verfahren ist und beschreibt die darauf bezogenen kognitiven Anforderungen. Sie belegt das funktionale Zusammenspiel der Elemente, die den parteiseitigen Erkenntnisprozess ermöglichen. Diese theoretische Herleitung ist in der Lage, jede Entscheidung, jeden Schritt und jede Maßnahme im Procedere der Mediation zu erklären und herzuleiten. Sie kann deshalb als eine umfassende Mediationstheorie verstanden werden, in der sich alle Erscheinungsformen der Mediation abbilden lassen.

Wissenschaftlicher Diskurs

Obwohl die Mediation inzwischen gesetzlich definiert ist, ist die Vorstellung von dem was Mediation ist auch unter Experten noch immer diffus. Der Grund ist weniger in der Ausbildungsqualität zu sehen, sondern darin, dass die Lehre der Mediation noch nicht weit genug entwickelt ist. Die zentrale und noch ungelöste Frage konzentriert sich auf ihre Funktionalität. Um es mit Goethes Faust zu sagen auf das, was was die Welt (die Mediation) im Innersten zusammenhält. Dafür genügt es nicht, Regeln zu formulieren, die dem Wesen der Mediation sogar zuwiderlaufen oder über Ausbildungsstandards zu spekulieren, solange es keinen verbindlichen Maßstab dafür gibt, wann die Mediation wie korrekt auszuführen ist. Es gibt Ansätze und Projekte und sogar eine aus der praktischen Anwendung heraus entwickelte Theorie. Um diese Ansätze erkennbar zu machen und zu hinterfragen ist ein wissenschaftlicher Theoriendiskurs unerlässlich. .

Über die Notwendigkeit zur Theorienbildung 

Entwicklungspotenzial

Eine wissenschaftlich fundierte Beschreibung der Mediation ist ein wesentlicher Schritt für die Entwicklung und die Stärkung der Mediation.4 Um die darauf abzielenden Initiativen und Maßnahmen abzustimmen zu koordinieren, wurde ein Projekt eingerichtet, bei dem Sie nicht nur mitwirken, sondern sich auch über den Bestand der Entwicklung informieren können.

Projekt: Entwicklung bzw. Festigung der oder einer Mediationstheorie 

Bedeutung für die Mediation

Die Mediation beschreibt einen Weg, den die Parteien gemeinsam gehen müssen, um an ir Ziel, eine nützliche Lösung zu finden, zu gelangen. Die Entwicklung ist auch ein Weg. Auch er sollte gemeinsam gegangen werden, damit die Mediation ihr Ziel, nämlich die Implementierung in ein gesellschaftliches Denken zu erreichen. Auch der wissenschaftliche Wettbewerb muss diesem Ziel nicht im Wege stehen. Der Thinktank Mediation steht allen Wissenschaftlern zur Verfügung. Auch Autoren können und sollen sich der Informationen bedienen, die hier zusammengetragen werden. Schön wäre es, wenn sie die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zurückmelden und so dazu beitragen, dass sie im Metaportal verarbeitet werden.

Hinweise und Fußnoten
Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2024-03-06 06:51 / Version 98.

Aliase: Herleitung, Fragmenttheorie

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3 Siehe Trossen (Mediation visionär) - 2021-04-14


Based on work by Arthur Trossen und Bernard Sfez und anonymous contributor . Last edited by Arthur Trossen
Seite zuletzt geändert am Freitag April 19, 2024 11:01:01 CEST.

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