Lade...
 

Soziale Konflikte

Die Mediation soll nur bei sozialen Konflikten anwendbar sein. Dass ergibt sich aus dem Mediationsgesetz, wo die Parteien stets im Plural genannt werden. Für den Mediator kommt es deshalb darauf an, die sozialen konflikte zu identifizieren und zu wissen wie er damit umgeht.


Soziale Konflikte sind Konflikte zwischen Personen. Sie werden oft den psychologischen Konflikten gegenübergestellt. Eine andere Unterscheidung verwendet die Begriffe Intersubjektive Konflikte und Intrasubjektive Konflikte.

Intrasubjektive Konflikte

Intrasubjektive Konflikte sind die Konflikte innerhalb eines Subjektes. Weil ein Subjekt sowohl eine natürliche,wie eine juristische Person sein kann, liegt innerhalb dieser Kategorie die Herausstellung der Intrapsychischen oder intraindividuellen Konflikten nahe, die den psychologischen Konflikt eines Menschen, also einer natürlichen Person bezeichnen.

Intersubjektive Konflikte

Intersubjektive Konflikte sind Konflikte zwischen Subjekten, während Intrasubjektive Konflikte die Konflikte innerhalb eines Subjektes beschreiben. WOhne sich auf diese Begrifflichkeit zu beziehen, knüpft das Mediationsgesetz an diese Unterscheidung an, indem es sich nur für soziale Konflkte zuständig erklärt.

Bedeutung für die Mediation

Wenn die Mediation als ein Verstehensprozess begriffen wird,1 können persönlichkeitspsychologische Perspektiven in der Mediation helfen, die Problemgeschichte eines Falles besser zu beleuchten, die Hintergründe und Zusammenhänge zu erkennen und die Ziele der Mediation zu definieren. Schmale führt aus, dass Mediation nicht nur zwischen Individuen notwendig sei, sondern auch intraindividuell. Eine Partei trete ja nicht als ein eindeutiges, einheitliches und festgefügtes Ganzes vor uns, sondern als ein Knäuel vielfältiger innerer Möglichkeiten, mit interessanten durchaus sinnvollen und realisierbaren Ambivalenzen, aber auch voller störender und unlösbarer Widersprüche. Das verlange gleichermaßen eine intrapsychische Motiv- und Interessensanalyse, wie die zwischen den Individuen miteinander streitender Parteien.2

Eine weitere Relevanz der intraindividuellen konflikte kommt in der Mediation auf, wenn beispielsweise ein Beziehungskonflikt zwischen Eheleuten aus einem intraindividuellen Konflikt etwa des in der Midlifekrise befindlichen Ehemannes resultiert. Es ist kaum möglich, den intersubjektiven Konflikt zwiswchen den eheleuten beizulegen, ohne wenigstens den intersubjektiven Konflikt des Ehemannes anzusprechen. In einer Konfliktlandkarte würde dieser Konflikt sogar als der Konfliktmotor ausgewiesen sein. Der Mediator könnte diesen Konflikt etwa in einem Einzelgespräch mit dem ehemann thematisieren, um ihm zu helfen, diesen Konflikt in den Griff zu bekommen. Die Grenze seines Einwirkens bildet jetzt die Therapie. Wenn es sich also herausstellt, dass die mediation nicht ausreicht, um den konflikt beizulegen, sollte eine Therapie empfohlen werden. Die Ausführungen belegen;

 Merke:
Leitsatz 14219 - Ein Mediator darf auch vor inneren Konflikten nicht die Augen verschließen, wenn sie sich als der auslösende oder treibende Konflikt herausstellen. Eine Therapie ist ihm jedoch versagt.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen

Bearbeitungsstand: 2022-04-04 09:02 / Version 9.

Alias: sozialer Konflikt, Intersubjektiver Konflikt, Intersubjektive Konflikte, Intrasubjektiver Konflikt, Intrasubjektive Konflikte, psychologischer Konflikt.
Prüfvermerk: -


Based on work by Bernard Sfez und anonymous contributor . Last edited by Arthur Trossen
Seite zuletzt geändert am Freitag März 1, 2024 01:57:56 CET.

Durchschnittliche Lesedauer: 2 Minuten