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Die funktionalen Einheiten der Mediation

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Prozessrahmen Bausteine der Mediation funktionale Einheiten Struktur Wirkfaktoren Mediationslogik

Um eine Montageanleitung oder einen Bauplan für eine Mediation zu erstellen, kommt es darauf an, welche Bauelemente wo und wie zu verarbeiten sind. Die Identifikation der Bauelemente ist unerlässlich. Nur wenn sie in ihrer Funktionalität erkannt werden, lassen sie sich korrekt verbauen. Die Metapher des Hausbaus erläutert einen Gedanken, mit dem sich auch die Montage einer Mediation erklären lässt. Ähnlich wie beim Hausbau erschließt die Funktion des Bauelements seinen Standort. Wenn es sich bei dem Bauelement um einen Fenstersturz handelt, wird er über dem Fenster angebracht und nicht etwa darunter. Die Verwendung des Bausteins ist eindeutig. Leider haben wir in der Mediation keine anschaulichen Bauelemente. Bei den Bausteinen handelt es sich um Informationen. Die sehen - zumindest auf den ersten Blick - alle gleich aus. Sie gleichen weder Dachpfannen noch Fensterstürzen, woraus sich ihre funktionale Bedeutung ableiten ließe. Trotzdem gibt es Unterschiede, über die sich ihr Standort bestimmen lässt. Die Unterschiede ergeben sich aus der Metainformation, über die der Informationstyp offen gelegt wird. 1

Die Metainformation gibt Hinweise auf die funktionale Bedeutung der Information, sodass sich ihre Position im Prozess oder in dem zu lösenden Fall daraus ableiten lässt.

Beispiel 16963 - Eine Zielvereinbarung kommt sinnigerweise an den Anfang eines Prozesses (Funktion: Start und Ausrichtung). Das Ergebnis bildet sein Ende (Funktion: Manifestation). Ein Argument kommt vor die Position (Funktion: Begründung), ein Thema dahinter (Funktion: Neutralisation).


Der Prozess setzt sich aus mehreren solcher Bausteine zusammen. Wenn ihnen eine prozessrelevante Bedeutung zukommt, werden sie als funktionelle Einheit bezeichnet. Mithin stellen die funktionalen Einheiten die Schlüsselelemente der Mediation heraus, die für das Zusammenspiel und die Zusammensetzung des Mediationspuzzles erforderlich sind. Die Einheiten sind untereinander vernetzt, sodass kein (oder kaum ein) Element weggelassen werden kann, ohne dass die Mediation darunter leidet.

Ausgangspunkt, zur Identifikation der funktionalen Einheiten sind die folgenden, grundlegenden Elemente:

funktionale Einheitenbox

  1. Ziel: Die Zielfestlegung ist zunächst lediglich darauf gerichtet, eine Lösung zu finden, die den maximalen Nutzen verspricht.
  2. Rahmen: Aus der Zielfestlegung ergibt sich der Weg. Weil es um die Suche geht, ist die Kooperation die naheliegende Strategie.
  3. Konflikt: Der Konflikt bildet den Bezug. Er muss sich also in den Themen wiederfinden und in dem Mediationmodell, das die dazu erforderliche Bearbeitungstiefe festsetzt.
  4. Verstehen: Die Klärung des Konfliktes und der zur Beseitgung erforderlichen Anforderungen steht im Mittelpunkt.
  5. Lösung: Das Ziel ict erreicht, wenn eine den Anforderungen entsprechende Lösung gefunden wurde.

Die funktionalen Einheiten erfassen die Bausteine, die in ihrer Interaktion für das Funktionieren der Mediation verantwortlich sind. Sie beschreiben die Funktion der Bausteine und stellen Verbindungen zwischen den Navigations- oder Montagepunkten her, indem sie den inneren Zusammenhang des Mediierens oder dessen beschreiben, was eine Mediation ausmacht.

Die Montagepunkte, zwischen denen sich funktionale Beziehungen herstellen lassen, sind:

Navigationspunkt Verknüpfung Erkenntnis
Zielabstimmung 1.Phase Es gibt keine verwertbare Lösung. Eine Suche ist erforderlich
Rahmen 1.Phase Errichtung der Metaebene. Gedankenfreiheit (Offenheit) wird ermöglicht. Kontrollfähigkeit wird eingerichtet (Freiwilligkeit). Der Weg wird markiert (Prinzipien).
Streit 2.Phase Widerspruch wird akzeptiert. Parteien stellen sich der kognitiven Dissonanz, Streitbekenntnis. Das Thema neutralisiert die Positionen und wandelt sie in eine Frage um.
Themen 2.Phase Was zu regeln ist, damit der Konflikt beigelegt werden kann.
Fokus 1.Phase, 3.Phase Wird auf die Nutzenerwartung gesetzt
Dimension 1.Phase, 3.Phase, Kontinuum, Mediationsmodell Welche Dimensionen des Streitkontinuums und der Komplexität sind zu erfassen, damit eine ganzheitliche Lösung möglich wird
Reichweite Konfliktkongruenz Wie weit reicht der Konflikt?
Nutzen 3.Phase Orientiert am Nutzen werden die Kriterien für die Lösung erarbeitet.
Verstehen alle Phasen Es wird ein Gedankengang produziert, der alle Lösungshindernisse aus dem Weg räumt. Die Gedanken der Parteien können sich ungehindert in eine Lösung entwickeln.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen

Bearbeitungsstand: 2025-04-05 11:36 / Version 40.

Alias: Funktionseinheit, Funktionseinheiten, funktionale Einheiten
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Siehe auch: Mediation-Bausteine, Durchblick, Wirkfaktoren
Prüfvermerk: