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page id: 1509 Das Trial and Error-Prinzip ist kein Willkürakt A) Abteilung »  08. Archiv B) Inhalt »  05. Methodik »  8. Techniken

Das Trial and Error Prinzip

Trial and Error bedeutet Versuch und Irrtum. Als ein Prinzip verstanden, legt es die Möglichkeit nahe, sich zu irren zu dürfen. Diese Erlaubnis ist jedoch keinesfalls dafür gedacht, der Willkür Tür und Tor zu öffnen.




Wieso war das falsch?

Entscheidungen

Auch wenn behauptet wird, dass der Mediator nicht entscheidungsbefugt sei und selbst wenn angenommen wird, dass alle auf das Verfahren bezogenen Entscheidungen im Konsens getroffen werden, hat der Mediator eine Fülle von Entscheidungen entlang des Verfahrens zu treffen.

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Selbst bei diesen kleinen Entscheidungen handelt es sich um einen Entscheidungsprozess, für den die Grundsätze eines meditativen Entscheidungsprozesses heranzuziehen sind. Jede Entscheidung und jede Maßnahme hat einen Anlass und verfolgt einen Zweck. Der Zweck ergibt sich aus dem Motiv, das wiederum auf ein Ziel gerichtet ist (Interesse) und an Kriterien zu messen ist, die eine Zielerreichung sicherstellen sollen.

Die Entscheidungsanlässe für einen Mediator ergeben sich aus der Werkzeugverwendung. Das Ziel entspricht stets der Mediation, Wobei die Phasen den Arbeitsauftrag für den Mediator konkretisieren. Der Zweck ist also immer darauf gerichtet, die Mediation zu ermöglichen. Der Mediator greift immer dann ein, wenn sich die Parteien aus dem Prozess gedanklich oder physisch entfernen.

Fehlerquellen

Ein Mediator interpretiert nicht. Er hält sich von Bewertungen fern. Wenn es darum geht etwas einzuschätzen, bildet er am besten gleich mehrere Hypothesen, die ein Verhalten oder ein Phänomen erklären könnten. Mithin ist die Hypothese die wichtigste Arbeitsgrundlage für die Entscheidung des Mediators. Hypothesen haben nicht den Anspruch korrekt zu sein. Deshalb versuchte Mediator seine Hypothesen offenzulegen um die daraus folgende Bewertung in Abstimmung mit den Parteien wirklich werden zu lassen. Die naheliegende Methode ist die Metakommunikation.

Manche Methoden und Techniken würden ihre Wirkung verlieren, wenn der Mediator den Zweck offenlegt.

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Der Irrtum ist also durchaus ein Teil des Spiels, wenn er zur Methode passt.

Lerneffekt

Die korrekte Anwendung der Methode verhindert die Willkür. Der Mediator beobachtet, welche Wirkungen seine Interventionen entfalten und ob sie greifen oder nicht. Gegebenenfalls entscheidet er sich für eine andere Intervention, die den gleichen Effekt erzielen könnte.

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Die Strategie von dem Mediator zu verfolgende Strategie ist ein Fehlerausschlussverfahren. Sie wirkt ähnlich der eines Informatikers, der ein Bug (einen Fehler) im Programm finden muss. Er verwendet eine Ursachenausschlusstechnik, indem er Funktionen des Programms abschaltet, um zu sehen, ob der Fehler dann noch besteht oder nicht. Besteht der Fehler trotz der abgeschalteten Funktion weiter, weiß der Informatiker, dass die Funktion nicht fehlerursächlich war. Er wiederholt den Vorgang, bis er die Fehlerquelle gefunden hat. Die Fehler liefern also Ausschlusskriterien und engen die möglichen Fehlerquellen ein.

 Merke:

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Bedeutung für die Mediation

Es mag beruhigend klingen, wenn der Mediator sich irren darf. Wenn er qualitätsbewusst arbeitet, kann er den Irrtum aber methodisch begründen. Der Mediator sollte bedenken, dass auch selbst eine Fehlerquelle darstellen kann, weil er beispielsweise Indikationen übersieht oder sein eigenes Konflikterleben seine Wahrnehmung einschränkt. In solchen Fällen sind Intervisionen oder Supervisionen geeignete Hilfsmittel bei der Fehlereingrenzung. Ein Angebot für eine kostenlose online ad hoc Intervision bietet z.B. das Forum für Intervisionen.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen

Bearbeitungsstand: 2021-11-07 08:24 / Version 13.

Aliase: Trial and Error-Prinzip, Trial and Error
Siehe auch: Werkzeugverwendung
Diskussion: Intervisionsforum
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