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Seiten-ID: 420 Wer kontrolliert den Mediator? B) Inhalt »  08. Beruf A) Abteilung »  05. Praxis

Berufsaufsicht

Die Kontrolle über die korrekte Berufsausführung obliegt in der Regel den Berufskammern. Für Mediatoren existiert allerdings noch keine Berufskammer. Die Kontrolle muss deshalb auf anderem Wege sichergestellt werden.

Kontrollbedarf

Zu unterscheiden ist die Kontrolle über die Erfüllung der vertraglichen Pflichten und die Kontrolle der Berufstätigkeit. Die Einhaltung der vertraglichen Pflichten erfolgt durch die Gerichte. Wenn sie der Auffassung sind, dass der Mediator seine Pflichten verletzt hat, können Sie gegebenenfalls Schadenersatz verlangen. Ob und wann hierfür die Voraussetzungen vorliegen gibt sich aus der Frage der Haftung des Mediators. Die Kontrolle der Berufstätigkeit geht über die Frage der Vertragsverletzung hinaus

Berufsausübung

Der Begriff Mediator wird zwar auch als Berufsbezeichnung benutzt.1 Was den Beruf ausmacht, ist jedoch nicht geregelt.2 Um der Mediation dennoch einen professionellen Rahmen zu geben, haben sich einige Berufsvertretungen ihrer angenommen. So hat die Rechtsanwaltskammer beispielsweise in ihrer Satzung3 die vermittelnde Tätigkeit des Anwaltes als dessen originäre anwaltliche Berufstätigkeit vereinnahmt. Es ist also konsequent, wenn die Anwaltskammer auch die Berufsaufsicht über die Mediatorentätigkeit des Anwaltes ausübt. Auch ein Mediator, der oder dessen Unternehmen einer Kammer angeschlossen ist,4 unterliegt ihrer Aufsicht.

Mediatorinnen und Mediatoren, die keiner Kammer angeschlossen sind, haben originär weder eine Berufsvertretung noch eine Berufsaufsicht. Manche Verbände versuchen, die Aufgaben einer Berufsvertretung zu übernehmen. Sie sind aber anders als die Kammern mit keinerlei Hoheitsrechten ausgestattet.

Berufssicherung

Auch die Sicherung des Berufs wäre eine Aufgabe der Kammern. Sie kümmern sich beispielsweise die Zulassung zum Beruf. In der Mediation gibt es keine hoheitlich beliehene Institution, die diese Aufgabe übernimmt. Das Gesetz regelt, wer sich Mediator oder zertifizierter Mediator nennen kann. Die Überwachung ist dem freien Markt überlassen. Ein Mediator, den den Titel zu unrecht trägt, kann also abgemahnt werden.

Bedeutung für die Mediation

Es gibt Vorschläge, auch für Mediatoren eine Berufskammer einzuführen. Es gibt Befürworter und Gegner für diese Idee. Die Gründe für die Errichtung einer Berufskammer berufen sich auf eine staatlich geregelte Kontrolle der Zertifizierung von Mediatoren. Sie sehen darin eine bessere Wahrnehmung und Kontrolle der Berufstätigkeit eines Mediators. Die Gegenmeinung ist der Auffassung, dass sich die staatliche Regulierung zurückhalten müsse. Zum einen befände sich die Mediation noch in der Entwicklung, sodass die Regulierung zwangsläufig noch unausgegoren sein muss. Zum anderen gäbe es viele Fragen zur beruflichen Verwendung der Mediation, die noch gar nicht geklärt seien. Schließlich beruhe der Gedanke der Mediation auf dem Gedanken der orivaten Einvernehmlichkeit, der sich in der Implementierung wiederfinden müsse. Es gebe durchaus Regulierungsmöglichkeiten (wie zum Beispiel die Standardisierung der Verbände oder die Regelung der institutionalisierten Mediation), die eine Berufskammer erübrigen.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen. Zitiervorgabe im ©-Hinweis.
Bearbeitungsstand: 2021-08-05 20:22 / Version 11.
Aliase: Berufsvertretung, (alias (Mediatorenkammer)), Berufskammer, Kammer

1 Siehe Mediator
2 Siehe dazu ausführlich Beruf
3 § 18 BORA
4 z.B. wenn sein Unternehmen als GmbH organisiert ist