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Welche Zertifikate können mit der Ausbildung erworben werden?
Die Frage der Ausbildung ist ein komplexes Thema, das sich über mehrere Seiten erstreckt. Bitte lesen Sie deshalb auch folgende Beiträge:

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Ausbildungszertifikate

Es geht um die Frage, welche Ausbildung wie und durch wen zu bescheinigen ist. Mehr noch geht es um die Frage, wofür die Ausbildungszertifikate stehen. Was haben Sie mit einer solchen Bescheinigung erreicht und was können Sie oder die Konsumenten damit anfangen?





Ich hab den Mediator gemacht
Jetzt bin ich Mediator und was für einer


Die grundlegenden Abschlüsse einer Meditorenausbildung unterscheiden den Master of Mediation, den zertifizierten Mediator und den Mediator. Die Bezeichnungen können für alles mögliche stehen.Theoretisch könnte jemand, der sich einfach nur Mediator nennt, sogar besser ausgebildet sein als ein Master of Mediation. Nach der aktuellen Rechtslage kann jeder behaupten, dass er Mediator ist, wenn er eine Ausbildung zur Mediation absolviert hat.1 Der zertifizierte Mediator stellt eine Mindestanforderung dar. Ein Mediator könnte also durchaus eine wesentlich aufwändigere Ausbildung absolviert haben als ein zertifizierter Mediator. Er kann sich aber nicht so nennen, wenn er beispielsweise lediglich eine Supervision nicht fristgerecht abgeliefert hat. Der auch an Formalien gebundene Titel ist also nicht unbedingt ein Garant für die Qualifikation und erst recht nicht für die zu erwerbende Kompetenz des Mediators. Unter den verwendeten Bezeichnungen lässt sich lediglich der zertifizierte Mediator mehr oder weniger eindeutig einer Qualifikation zuordnen. Der Grund liegt darin, dass der zertifizierte Mediator auf der allgemein verbindlichen Ausbildungsordnung beruht, wo die zu erwerbende Sachkunde mehr oder weniger genau festgelegt wurde.

Qualifikation

Der Ausbildungsmarkt versucht diese Ungenauigkeit auszugleichen und auszunutzen. Der Ausgleich fällt schwer, weil der Titel zertifizierter Mediator den Eindruck hinterlässt, als markiere er ein Endziel der Ausbildung. Tatsächlich ist er jedoch nur der hoheitlich fixierte Einstieg, der die Sachkunde beschreibt, die einen Mediator nach Auffassung der Regierung als Verordnungsgeber mindestens haben sollte. Um der Problematik der kursierenden Ausbildungszertifikate auf den Grund zu gehen, muss nicht nur der Konsument erkennen, was sich hinter den Titeln und Besacheinigungen verbirgt und wofür sie stehen. Auch die Auszubildenden sollten sich im Klaren darüber sein, welchen Titel sie erwerben möchten. Das führt zu der Frage, was ein Zertifikat überhaupt ist.

Was ist ein Zertifikat?

Der Begriff leitet sich aus dem Lateinischen certus ‚sicher, bestimmt‘ und facere ‚machen‘ her.2 Er steht für eine Bescheinigung und wird als Zeugnis für eine abgelegte Prüfung verstanden.3 Mithin erlaubt die Teilnahme an einer Ausbildung ohne Prüfung lediglich das Ausstellen einer Teilnahmebescheinigung. Sie unterscheidet sich wie folgt von einem Zertifikat:4

Teilnahmebescheinigung
Die Teilnahmebescheinigung bestätigt die Teilnahme an einer Ausbildung oder weist die Anwesenheit nach. Sie ist keine Bescheinigung im Sinne einer Bewertung von Leistungen und wird für Ausbildungen vergeben, die zwar strukturiert sind und vorgegebene Inhalte vermitteln, aber ohne Prüfung/Überprüfung abgeschlossen werden.
Zertifikat
Das Zertifikat ist eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, etwa im Rahmen einer Qualitätssicherung. Sie wird ausgestellt, um einen bestandenen Test zu bestätigen und bescheinigt die Teilnahme an einer Qualifizierung, für die eine Mindestanzahl von Unterrichtsstunden mit einer festgelegten Anwesenheitspflicht. Die Zertifizierung erbringt den Nachweis über den Erwerb von genau definierten Lerninhalten.

Der Begriff Zertifikat ist nicht geschützt. Jeder kann also für jeden erdenkliche Ausbildung ein Zertifikat ausstellen, wenn das Zertifikat für den spezifischen Ausbildungsbereich nicht einzelnen Trägern vorbehalten ist. Eine solcher Vorbehalt gibt es für die Mediationsausbildung nicht. Umso wichtiger ist es, sowohl die Organisation oder Person, die die Ausbildung durchgeführt hat wie auch die Grundlage auf der ein Zertifikat ausgestellt ist, auf der Urkunde zu benennen.5 Das Zertifikat ist vom Titel zu unterscheiden.

Titel
Das DWDS definiert den Begriff Titel als einen ehrenvollen, den Rang, den Stand oder die Würde seines Trägers kennzeichnenden, erworbenen oder verliehenen Zusatz zum Namen, der dem Namen vorangestellt wird.6 Hinsichtlich der Ausbildung sind akademische Titel von nichtakademischen Titel zu unterscheiden. Akademische Titel sind Abschlussbezeichnung einer Hochschule. Nichtakademische Titel sind staatliche Bezeichnungen, die außerhalb von Hochschulen vergeben werden. Es gibt noch weitere Titel. Ein Ehrentitel beispielsweise würdigt Personen, Orte, Gruppen oder anderes.7 Die Bezeichnung Mediator ist somit KEIN Titel. Nach §1 Abs. 2 Mediationsgesetz ist sie eine Funktionsbezeichnung, die aber auch als Berufsbezeichnung verwendet wird. Mithin stellt lediglich der Master of Mediation einen Titel dar.

Abschlussformate

Master of Mediation
Der Master of Mediation ist eine universitäre Graduierung die nach einem Hochschulstudium verliehen wird.
Mediator
Der Mediator ist eine Berufs- und/oder eine Funktionsbezeichnung8 , die nicht verliehen werden kann. Sie wird erworben. Korrekt ist es also, die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung zum Mediator oder eine Ausbildung zur Mediation zu bescheinigen.
zertifizierter Mediator
Das Gleiche gilt für den zertifizierten Mediator. Das ist zwar ein gesetzlich geschützter Titel. Er wird aber nicht verliehen, weil er auf einer an Bedingungen geknüpfte Selbsternennung beruht9 .
Mediator mit Zertifikat
Damit sich die Ausbildungen unterscheiden können, ermächtigen die Ausbilder die Absolventen, die Schule als Zusatz in Ihrem Titel oder der Berufsbezeichnung zu führen. Auf dem Briefkopf des ausgebildeten Mediators steht dann: Mediator (XY).10 Viele Verbände möchten mit dem Zusatz ein Qualitätsmerkmal etablieren. Manche machen daraus auch ein Markenzeichen11 In beiden Fällen wird die Ausbildung nach vorgegebenen Standards oder Qualitätsrichtlinien bescheinigt.

 Merke:
Leitsatz 4352 - Bescheinigt werden kann lediglich die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung zum Mediator, nach den Qualitätsmerkmalen eines Trägers oder zum zertifizierten Mediator! Wer einen Ausbildungszusatz in die Berufsbezeichnung mit aufnimmt (z.B. "Mediator (XY)"), riskiert, dass damit die Standards des zur Zertifizierung berechtigenden Verbandes Vertragsbestandteil seiner Mediationen werden.

Verbindlichkeit

Die Ausbildung wird als Garant für die Qualität des Mediators gesehen. Ob sie diesen Zweck erfüllt, ist bereits zu hinterfragen.12 Wenn überhaupt kann sie eine Aussage über die Qualität der Ausbildung treffen und keinesfalls über die Qualität der Dienstleistung. Sie gibt aber einen Anhaltspunkt. Deshalb besteht im Interesse der Förderung der Mediation ein allgemeines Bedürfnis, die Ausbildungsgrade allgemeinverbindlich zu fixieren. Die darauf abzielenden Bemühungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Gütesiegel

Um dem Wildwuchs an Ausbildungen entgegenzuwirken hat der Gesetzgeber in §5 Abs. 2 Mediationsgesetz den Begriff zertifizierter Mediator eingeführt. Der Titel wird als ein Gütesiegel beschrieben. Ein Gütesiegel ist eine Produktkennzeichnung, die sich an Qualitätsmerkmalen messen lässt. Meist werden die Gütesiegel nach Standards von Verbänden errichtet wobei sich der Verwender vertraglich zur Einhaltung verpflichtet.13

Gütesiegel

Die Aussagekraft der in der Mediationslandschaft vewendeten Gütesiegel wird im Kapitel Qualifikation erörtert. Die Aussagekraft des Gütesiegels zertifizierter Mediator wird im Kapitel Ausbildungsinhalte herausgestellt.

Qualifikationsnachweis zertifizierter Mediator

Herauszustellen ist, dass die sogenannten Gütesiegel lediglich die Ausbildung betreffen und nicht etwa die Tätigkeit des Mediators. Sie stellen deshalb keine Produktkennzeichnung der Mediation dar.

 Merke:
Leitsatz 4353 - Der zertifizierte Mediator ist KEINE Produktkennzeichnung für die Mediation!

Anders formuliert: Der zertifizierte Mediator mag eine Produktkennzeichnung für die Ausbildung sein, nicht jedoch für die Tätigkeit des Mediators.

Selbstzertifizierung

Zumindest für den zertifizierten Mediator wird das Gütesiegel als ein Selbstzertifikat bezeichnet. Bei genauer Betrachtung ist diese Einschätzung jedoch nicht korrekt. Von der Selbstzertifizierung ist die Rede, weil sich der Absolvent selbst zum Mediator ernennen könne. Diese Behauptung wird als Argument für die Notwendigkeit eines staatlichen Zertifikates oder einer offiziellen Titelvergabe genutzt. Auch der BGH geht in seiner Entscheidung vom 11. Juli 2022 - NotZ(Brfg) 6/2114 davon aus, dass der Titel zertifizierter Mediator keine Berufsbezeichnung darstellt, die in einem rechtsförmlichen Verfahren verliehen wird.

Ein Selbstzertifikat ist ein Zertifikat, das man sich selbst ausstellt. Richtig ist, dass der Mediator selbst entscheidet, ob er sich so nennt oder nicht. Seine so bezeichnete Selbstzertifizierung setzt jedoch ein Zertifikat voraus, das sich der Mediator nicht selbst erteilen kann. Schaut man genau auf die zur Verwendung des Titels zertifizierter Mediator hinführende Bescheinigung, muss jeder, der sich so nennen will, den Beleg vorlegen, dass er auch die Voraussetzungen zur Benennung erfüllt. Dazu braucht er die Bescheinigung eines Ausbildungsinstitues, die er sich keinesfalls selbst ausstellen kann. Es handelt sich also um ein Fremdzertifikat. Die Bescheinigung muss nach §2 Abs. 6 ZMediatAusbV belegen, dass der gesamte Ausbildungslehrgang erfolgreich beendet und die Einzelsupervision durchgeführt wurde. Erst dann kann der Absolvent sich zertifizierter Mediator nennen.

Das so genannte Selbstzertifikat unterscheidet sich also von einer Titelverleihung nur darin, dass die Ausbildungsbescheinigung den Titel nicht nennt oder vergibt. Trotzdem ist sie, was Umfang und Qualität anbelangt, mit einer Titelvergabe identisch. So etwa wie es auch einem Doktoranten freisteht, ob er den Titel verwendet oder nicht, nachdem er die dazu führenden Voraussetzungen erfüllt hat.

Der Grund für dieses Konstrukt ist das durchaus im Verständnis der Mediation nachvollziehbare Interesse des Gesetzgebers, sich mit Regulierungen zurückzuhalten. Er wollte es deshalb der privaten Wirtschaft überlassen, zunächst selbst ein Qualifizierungssystem zu entwickeln. Die Evaluierung des Mediationsgesetzes bestätigt diese Strategie.

Staatliche Ausbildung

Eine staatliche Ausbildung gibt es (noch) nicht und ist bisher auch nicht vorgesehen. Die Begründung zum Entwurf der ZMediatAusbV-E15 führt aus, dass aus Kostengründen und Gründen der Entbürokratisierung auf keine unmittelbare oder mittelbare staatliche Stelle zurückgegriffen werden sollte, die die Einhaltung der Ausbildungsinhalte für den „zertifizierten Mediator“ kontrolliert. Es soll den interessierten Kreisen freistehen, sich aus eigener Initiative auf ein privatrechtliches „Gütesiegel“ für solche Ausbildungen zu einigen, die den festgelegten Anforderungen entsprechen.16

Nach den Vorstellungen des Gesetzgebers sollen die maßgeblichen Mediatoren- und Berufsverbände, die berufsständischen Kammern, die Industrie- und Handelskammern sowie andere gesellschaftliche Gruppen die Möglichkeit erhalten, sich innerhalb eines Übergangszeitraums von mehr als einem Jahr nach Erlass der Rechtsverordnung auf freiwilliger Basis privatrechtlich auf eine Vorgehensweise zu verständigen. In § 10 dieses Entwurfes ist von interessierten Mediatoren- und Berufsverbänden, berufsständischen Kammern und die Industrie- und Handelskammern sowie anderen interessierten gesellschaftliche Gruppen die Rede.

Leider hat der Gesetzgeber nicht definiert, was ein "maßgeblicher Mediatorenverband" ist. Unter den Verbänden besteht darüber bis heute keine Einigkeit, sodass das auf Konsens basierende Experiment des Gesetzgebers schon aus diesem Grund auf fraglichen Füßen steht. Die B- und D-Verbände bezeichnen sich selbst sowohl als groß und maßgeblich. Dass andere Verbände beide Merkmale auch für sich beanspruchen, hat noch keinen Weg in die Verhandlungen gefunden.

Anerkennung

Manche Verbände haben sich in der Vergangenheit wechselseitig anerkannt, um die Gleichwertigkeit der Ausbildung anzuzeigen. Diese Anerkennung darf nicht mit einer Akkreditierung verwechselt werden. Sie ist weder behördlich legitimiert oder bestätigt noch ist sie eine Zulassungsvoraussetzung. Die Anerkennung ist rechtlich bedeutungslos und besagt lediglich, dass die anerkennenden Verbände sich als Mediatorenverband nicht in Frage stellen. Bisher ist es nicht gelungen, eine generelle Anerkennung aller Verbände zu erreichen. Manche Verbände sehen darin ein Wettbewerbsverhalten, das sie als nicht zur Mediation passend ablehnen. Es gibt Bemühungen, die Zusammernarbeit der Verbände zu verbessern, und eine unabhängige Zertifizierungsstelle für Mediatoren einzurichten.

Mediatorenverbände

Akkreditierung

Ein weiterer Versuch, eine allgemeingültige Qualifizierung zu erreichen, betrifft die Frage der Akkreditierung. Sie wird diskutiert, weil das Ausbildungsinstitut ein nicht unmittelbar überwachtes Zertifikat ausstellen kann. Aktuell ist eine Überwachung nur durch eine wettbewerbsrechtliche Kontrolle möglich.

Kontrolle des Wettbewerbs 

Das Mediationsgesetz sieht keine Akkreditierung vor. § 5 Abs. 2 Mediationsgesetz geht von der zuvor bereits erwähnten Selbstzertifizieung aus.

Tatsächlich gibt es bereits akkreditierte Ausbildungen in der Mediation. Wenn die Ausbildung an einer Hochschule angesiedelt ist, kann ihre Akkreditierung unterstellt werden. Auch die den Verbänden angeschlossenen Institute sind (je nach Verbandsstandards) vom standardgebenden Verband akkreditiert. Offen mag in diesem Fall lediglich sein, inwieweit die Akkreditierungen von kompatiblen Qualitätsmaßstäben ausgehen, soweit die Mediation betroffen ist.

Institutionalisierung

Es ist fraglich, ob die Versuche, die Ausbildungsinstitute statt von einer staatlichen Stelle einheitlich von einer privaten Einrichtung zu akkreditieren, erfolgversprechend sein können. Mit der Gründung einer Stiftung, die unter dem Arbeitsnamen GAMA (gemeinsame Akkreditierungsstelle) angetreten war, wollten die B- und D-Verbände eine einheitliche Akkreditierung über die Ausbildung zum zertifizierten Mediator unter ihrem Einfluss sicherstellen. Die Verhandlungen sind gescheitert, nachdem es nicht gelungen war, einen Konsens mit den Kammern und den bis dato nicht beteiligten Mediatorenverbänden herzustellen.

Am 11.11.2022 wurde die Qualitätsverbund Mediation GmbH ins Leben gerufen. Gesellschafter sind dei Verbände BAFM, BMWA, DGM und DFfM. Der BM hat seine Beteiligung zurückgezogen. Der QVM bietet Mediatoren die Gelegenheit, sich neben dem Zertifikat des Ausbildungsinstitutes sich durch eine unabhängige Stelle zertifizieren zu lassen.

Lösungsansatz

Es ist fraglich, ob es ohne einen staatlichen Eingriff jemals eine einheitliche Akkreditierung unter der Kontrolle der Verbände geben wird. Ob es eines gesetzgeberischen Eingreifens bedarf ist ebenso fraglich und nach der Mediationsgesetz-Evaluierung auch nichtg geboten.

Es gibt viele offene Fragen, die zunächst geklärt werden müssten17 . Die bisherigen Überlegungen jedenfalls setzen sich nicht mit der Frage auseinander, warum eine Hochschule sich einer verbandskontrollierten Akkreditierungsstelle unterwerfen sollte. Auch die Kammern dürften eigene Interessen haben, die Ausbildung eigenen Kontrollen zu unterstellen. Unklar ist auch die Frage, wie eine Ausbildung zur professionellen Anwendung der Mediation beitragen kann, wenn es noch keine allgemeinverbindlichen Produktstandards für die Tätigkeit des Mediators gibt.18

Bei dem Versuch, eine gemeinsame Akkreditierung zu errichten, wären folgende Rahmenbedingungen zu beachten19 :

  • Viele Berufsgruppen haben die Mediation bereits als Bestandteil ihres Berufes annektiert. Es gibt sogar gesetzliche Unterschiede, je nachdem aus welchem Grundberuf die Mediation ausgeführt wird20 .
  • Der zertifizierte Mediator ist ein Mindestanspruch. Es besteht deshalb ein Bedarf nach höherwertigen Qualifizierungen, die unterschiedliche Akkreditierungen erfordert.
  • Die Akkreditierung des Ausbilders, bzw. des Ausbildungsinstitutes für zertifizierte Mediatoren führt nicht zu einer Verbesserung der Mediatorendienstleistung.
 Merke:
Leitsatz 4354 - Auch wenn der Ausbilder akkreditiert ist, besagt das nichts über die Leistung des Mediators im Einzelfall und auch nichts darüber aus, ob er sich an das hält, was er gelernt hat.

Ein Konzept, das die Regierung von ihren unterstellten Überwachungspflichten entbindet, würde im mediativen Denken zunächst den Sinn eines solchen Konzeptes hinterfragen. Der erklärte Zweck ist:

Errichtung eines Gütesiegels für die Ausbildung
Es geht um einen verlässlichen Qualitätsmaßstab für die Ausbildung. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass es noch keine abgestimmten Überlegungen zur Qualität des Produktes (der Dienstleistung) gibt. Wie kann es dann einen Maßstab für die Ausbildung zur Ausübung eines noch nicht hintreiochend qualifizierten Produktes geben? Die Benchmarks sind ein Vorschlag. Wird er angenommen, ergeben sich direkte Auswirkungen auf die Ausbildungsinhalte.
Verbesserung der Leistungsqualität der Mediatoren
Es wird erwartet, dass die Ausbildungsqualität auf die Leistungsqualität der Mediatoren durchschlägt. Wenn es aber darum geht, die Leistungsqualität der Mediatoren zu verbessern, gestaltet sich die ZMediatAusbV wie eine Bremse. Achten Sie darauf, welche Inhalte sich etwa über die Beziehungsdynamik bei Familienkonflikten oder den Einfluss von Familiensysytemen befasst. Oder welcher Inhalt sich mit der Gruppendynamik und die daraus resultierende Konfliktträchtigkeit im Unternehmen auseinandersetzt. Benschmarks würden helfen, die Qualität der gewünschten Leistung zu bestimmen. Sie sind eine Voraussetzung bevor es zu irgendwelchen administrativen Fragen kommt.
Einsparung von Verwaltungsaufwand
Man sollte sich im Klaren darüber sein, was der einzusparende Verwaltungsaufwand ist. Die Akkreditierung einer Ausbildung kann - wenn überhaupt - nur einen Teil des unterstellten Kontrollbedarfs abdecken. Wie gelingt die Überwachung der Fortbildung? Wie gelingt die Überwachung der Berufstätigkeit der Mediatoren? Eine Kammer für Mediatoren könnte ein Ansatz sein. Jedoch ist kaum zu erwarten dass die Kammern, die die Mediation bereits aus gutem Grund adaptiert haben, davon wieder abrücken werden. Es gibt zu viele Kollisionen mit den Grundberufen, dass eine Berufskammer das Thema uas der Hand geben könnte.


Alle Konstrukte der privaten Wirtschaft sind nicht hoheitlich mit den Rechten beliehen, die eine staatlich anerkannte Ausbildung oder eine Berufsvertretung haben müsste, um sowohl die Ausbildung wie die Berufstätigkeit überwachen zu können. Voraussetzung dafür wäre, den Mediator als einen regulierten Beruf zu etablieren.

 Merke:
Leitsatz 4355 - Solange der Gesetzgeber dazu keine Regelung trifft, steht es den Instituten frei, ob sie sich überhaupt von irgend jemandem akkreditieren lassen wollen oder nicht.

Ein zur Mediation passendes Konzept bildet den besten Lösungsansatz.

Es stellt die Kompetenz der Tätigkeit in den Mittelpunkt. Es berücksichtigt, dass sich der Verbraucherschutz nicht in dem Nachweis einer Ausbildung verwirklicht. Es geht von einer maximalen Transparenz aus, mit denen Qualitätsmerkmale sowohl für den Ausbilder wie für den Mediator begründet werden. Die Verwendung von sogenannten Gütesiegeln könnte dieser Transparenz entgegenwirken, indem sich der Verbraucher an vermeintlichen Siegeln, statt an Kriterien orientiert.

Sinnvoll ist auch die Unterscheidung zwischen einem Ausbildungszertifikat und einem Berufszertifikat. Hilfreich wäre es, die Qualitätsmaßstäbe in beiden Zertifikaten auszuweisen. Für die Wahl einer qualifizierten Ausbildung in Mediation bietet Wiki to Yes eine Entscheidungshilfe an.

Entscheidungshilfe-Ausbildung Berufszertifikat 

Die Wiki to Yes Community ist aufgefordert, daran mitzuwirken, dass sich dieser oder ein vergleichbarer Maßstab als eine allgemeine Orientierung herstellen kann.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen. Zitiervorgabe im ©-Hinweis.

Bearbeitungsstand: 2022-11-16 08:06 / Version 25.

Aliase: Akkreditierung, Zertifizierung, Zertifikat, Zertifikate, Selbstzertifikat, Selbstzertifizierung, Ausbildungszertifikat
Diskussion: Teilen Sie Ihre Auffassung im Forumsbeitrag Wettbewerbskontrolle und im Ausbildungsforum

4 Kriterien übernommen von IHK zu Dortmund - Die Weiterbildung
5 Siehe die Ausführungen der DGQ (Deutsche Gesellschaft für Qualität) unter https://www.dgq.de/aktuelles//
10 z.B. Mediator (BM) für den Bundesverband Mediation, usw.
11 z.B. Sternemediatoren der Integrierten Mediation.
13 Siehe Gütesiegel und was dahinter steckt auf https://www.in-form.de/wissen/guetesiegel-und-was-dahinter-steckt/
18 Ausnahme dazu siehe Benchmarks und Qualität bei Wiki to Yes
19 Die Thesen ergeben sich aus der Umfrage umfrage-gütesiegel

Last edited by Arthur Trossen , based on work by ArthurTrossen and Bernard Sfez .
Page last modified on Wednesday November 16, 2022 08:06:55 CET.
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