Beibringungsgrundsatz | Der Beibringungsgrundsatz ist ein Prinzip des Zivilprozesses. In gewisser Weise findet er auch in der Mediation Anwendung. Er besagt, dass alle Informationen von den Parteien (und nicht vom Richter) einzubringen sind. Der Beibringungsgrundsatz unterscheidet sich vom Amtsermittlungsgrundsatz, wo das Gericht dafür Sorge zu tragen hat, dass alle Informationen auf dem Tisch liegen. |
Grundsatz der Fairness | Fairness bezeichnet ein anständiges Verhalten dem anderen gegenüber. Diese Pflicht findet sich im § 242 BGB wieder und führt zu einer allgemeinen Pflicht zur gegenseitigen Rücksichtnahme bei Dauerschuldverhältnissen. In der Mediation wird oft auf die Notwendigkeit zu einem fairen Verhalten hingewiesen. |
Konklaveprinzip | Der Begriff ist an die Konklave angelegt, wie die Versammlung der wahlberechtigten Kardinäle bei der Papstwahl genannt wird. Das Besondere an der Konklave ist, dass die Kardinäle die Versammlung erst verlassen dürfen, wenn die Wahl zustande gekommen ist. Der Zwang zur Einigung spielt auch in der Mediation eine wichtige Rolle. Er kollidiert allerdings mit dem Grundsatz der Freiwilligkeit. Das Prinzip wird in der Mediation aber auf andere, subtilere Weise verwirklicht. |
Medizin | Die Medizin ist eine breite, wissenschaftlich fundierte Disziplin, die darauf abzielt, die Gesundheit des Menschen zu erhalten, zu fördern und wiederherzustellen. Sie befasst sich mit der Diagnose und Behandlung von Krankheiten, der Erforschung biologischer Prozesse und der Entwicklung von therapeutischen Verfahren. Zu den Hauptbereichen der Medizin gehören Prävention, Diagnose und Therapie |
Viereck der Schlüsselfaktoren | Das Viereck der Schlüsselfaktoren von Büring-Uhle, Eidenmüller und Nelle soll wie ein Röngenbild die wichtigsten Parameter der Verhandlung abbilden. Sie dient zur Verhandlungsanalyse und stellt eine Entscheidungshilfe für die Verhandlungsführung dar. |
4 Schlüsselfaktoren | Die vier Schlüsselfaktoren, auch das Viereck der Schlüsselfaktoren genannt, soll wie ein Röngenbild die wichtigsten Parameter der Verhandlung abbilden. Sie dienen der Verhandlungsanalyse und stellen eine Entscheidungshilfe für die Verhandlungsführung oder gegebenenfalls den Abbruch dar. |
3er Schritt der Bewertung | Jede Bewertung sollte sich aus drei Schritten zusammensetzen: 1. Zusammenstellung der Kriterien )Phase drei) 2. Sammlung von Optionen und 3. Bewertung der Optionen. Die Mediation besteht nicht nur aus der Bewertung der Lösungsoptionen. Sie setzt sich ebenfalls aus einem Dreierschritt der Bewertungen zusammen: 1. Bewertung der Optionen. 2. Nachbewertung (mit Einbeziehung der Lösungsalternativen) und 3. Lösungsbewertung (finale Bewertung). |
Divide and Choose-Prinzip | Dieses Konzept wird in der Spieltheorie und in der Fairnessforschung verwendet, um zu demonstrieren, wie faire Verteilung von Ressourcen erreicht werden kann. Zunächst einigen sich die Spieler auf eine faire Verteilung, z. B. 50:50. Dann wird ein selbstregulierendes System geschaffen, indem ein Spieler den Kuchen in zwei gleiche Teile aufteilt und der andere dann wählt, wer welchen teil bekommt. |
Distributive Verhandlung | Verhandlung im Nullsummenspiel. Der Gewinn geht auf Kosten des Verlierers. Es gibt nur einen Verhandlungsgegenstand, der zwischen den Parteien aufgeteilt wird.
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verhandeln | Das Verhandeln ist sowohl ein Oberbegriff, eine Tätigkeit, ein Bestandteil der Mediation und ein ADR-Verfahren (Negotiation). Das Verhandeln beschreibt eine Tätigkeit, die durch eingehendes Erörtern und Besprechen zu einem abgestimmten Ergebnis kommt oder kommen soll. |
Besuchsrechtssyndrom | Wie beim Elternenftfremdungssyndrom (PAS) geht es um die Verhinderung des Kontaktes zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil. Im Gegensatz zum Elternenftfremdungssyndrom weist das Besuchsrechtssyndrom zwar ähnliche Auffälligkeiten aus. Anders als dort liegen ihm (zumindest zunächst) jedoch keine Entfremdungsabsichten zugrunde. Es ist wenn man so will eine abgeschwächte Variante. |
Helfersyndrom | Das Helfersyndrom bezeichnet ein Phänomen, das auch bei professionellen Helfern anzutreffen ist. Das mit dem Helfen verbundene gebraucht werden wollen, wird zu einem suchtartigen, vordringlichen Motiv im Hilfsangebot. Es kommt zu einer Vermischung der Hilfsbedürftigkeit des Helfers und der Person die Hilfe nachfragt. |
Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom | Es handelt sich um eine Sonderform des Münchhausen-Syndroms. Das Münchhausen-Syndrom ist eine schwere psychische Störung, bei der die Patienten körperliche Erkrankungen vortäuschen oder absichtlich hervorrufen, um Aufmerksamkeit zu bekommen und medizinisch behandelt zu werden. Bei dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom schädigen die Betroffenen nicht sich selbst, sondern andere, nicht aus Bosheit oder Sadismus, sondern aus einem inneren Zwang heraus, wo sie sich dann aufopfernd um den Geschädigten kümmern. |
Nutzenqualität | Es genügt in der Mediation keineswegs, nur irgendeinen Nutzen herbeizuführen. Der Mediator sollte die graduellen Unterschiede erkennen. Er muss auch den angestrebten Nutzen sogar hinterfragen, wenn er nachhaltige Lösungen verspricht. Der in der Mediation angestrebte Nutzen ist ein eudaimonischer Nutzen, der den Maßstab der Zufriedenheit erfüllt. |
eudaimonischer Nutzen | Kennzeichnung eines Nutzens, der nicht nur einen Vorteil einbringt, sondern auch zufriedenstellt. Das Adjektiv eudaimonisch basiert auf dem Konzept von Aristoteles über ein erfülltes, glückliches Leben. |
IMV | IMV ist das Akronym, das für internationale Mediationsvergleiche steht. Damit wird ein Rechtsinstitut angesprochen, das mit dem Singapur-Abkommen eingeführt wurde. Abschlussvereinbarungen in der Mediation, die unter das Singapur-Übereinkommen fallen, unterliegen einem Rechtsrahmen, der die Vereinbarung vollstreckbar macht. Voraussetzung ist, dass es sich um eine Vereinbarung handelt, die wirtschaftlicher Natur ist, die sich aus der Mediation ergibt und die einen internationalen Charakter hat. |
geschlechtssensible Konfliktanalyse | Diese Art der Konfliktanalyse wird bei der Gender-responsive-Mediation empfohlen. Es geht um die systematische Untersuchung der Strukturen, Stakeholder und Dynamiken von Konflikten. Die Analyse sollte Praktiken von Diskriminierung, Ausgrenzungen und die geschlechtsspezifische Auswirkungen von Konflikten erfassen. Wichtig ist die zugrunde liegende Geschlechterdynamik sowie die politische und wirtschaftliche Machtdynamik zwischen Männern und Frauen innerhalb der Gesellschaft. |
geschlechtersensible Mediation | Die geschlechtersensible Mediation ist die deutsche Übersetzung der Gender-responsive Mediation. Doiese wiederum ist ein Ansatz, der es ermöglicht, die oft ignorierten Machtungleichheiten und geschlechterspezifischen Bedürfnisse in Mediationsprozessen zu berücksichtigen. |
Gender-responsive Mediation | Gender-responsive Mediation ist ein Ansatz, der es ermöglicht, die oft ignorierten Machtungleichheiten und geschlechterspezifischen Bedürfnisse in Mediationsprozessen zu berücksichtigen. Ihr Ziel ist es, sicherzustellen, dass Konfliktlösungen fair, nachhaltig und auf die spezifischen Kontexte der beteiligten Parteien zugeschnitten sind. Die geschlechtersensible Mediation ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer gerechteren und gleichberechtigteren Konfliktlösung besonders in Ländern und Fällen, wo die Gleichberechtigung in Frage gestellt wird. |
Nutzenorientierung | Bei nutzerorientierten Verfahren richtet sich die Lösung an der Nützlichkeit des Ergebnisses (der Lösung) aus. Siehe Utilitarismus. Das Prinzip der Nutzenorientierung fragt nach dem Wozu, nicht nach dem Warum. |