Flipchart | Auf Deutsch ist ein Flipchart ein Tafelschreibblock. Statt auf eine Tafel wird auf Papier geschrieben. Das Papierformat ist groß genug, um den darauf geschriebenen Text oder die Grafiken auch aus der räumlichen Distanz lesen zu können. Das Flipchart ist ein wichtiges Hilfsmittel in der Mediation. |
Phasenkonflikte bei Scheidungen | Im Zusammenhang mit der Scheidung (Trennung) werden drei Phasen durchschritten, die die Parteien oft unterschiedlich erleben. Die Phasen heißen: Vorscheidungsphase (Ambivalenzphase), Scheidungsphase, Nachscheidungsphase. Weil die Phasen nicht parallel ablaufen ist ein paralleles Denken nicht möglich und es kommt zu Konflikten. |
Ritualisierung | Vorgabe eines Handlungsformats, das immer wieder angewendet wird, sodass sich ein Verhalten und Denken auch bei den Parteien einschleifen kann. Ein Beispiel ist das Bereitschaftsritual. Das Ritual wird mit der Frage: "Wer fängt an?" eingeleitet. Wenn die Parteien Vorschläge unterbreitet haben, wird darauf hingewiesen, dass es ihnen möglich war, sich zu einigen. Fängt einfach eine Partei zu reden an, wird sie unterbrochen, um die Zustimmung der Gegenseite einzuholen. So lernen die Parteien, dass nichts in der Mediation geschieht, ohne die Zustimmung der anderen Partei. Ein anderes Beispiel ist das Verfahrensritual. |
Gemeinsamkeiten erkennen | Die meditative Lösung setzt auf dem Gemeinsamen, nicht auf dem Streit auf. Der Blick auf das Gemeinsame geht im Streit verloren. Deshalb achtet der Mediator darauf wo Gemeinsamkeiten vorkommen. Die Mediation führt in ein paralleles Denken und unterstützt ihn dabei. Wichtig ist, dass Gemeinsamkeiten aufgedeckt und aus dem Mund des Mediators angesprochen werden. |
Auswahlmöglichkeiten entwickeln | Die Parteien sollen nach Möglichkeit zwischen mehreren Optionen entscheiden können. Siehe auch WATNA/BATNA |
Präzises Zuhören | Weiterentwicklung des aktiven Zuhörens. Der Loop wird durch die Mäeutik angereichert. Es geht darum, das Gesagte zu dimensionieren, zu verifizieren und "zu Ende zu denken". Das präzise Zuhören erweitert das aktive Zuhören um eine intellektuelle Komponente. |
Nutzenerwartung | Die Mediation ist auf den Nutzen ausgerichtet. Weil der Nutzen in der Zukunft, hinter der Lösung liegt, kann seine Identifikation nur aus der Nutzenerwartung heraus abgeleitet werden. |
Stalking | Stalking bezeichnet wiederholtes widerrechtliches Verfolgen, Nachstellen, penetrantes Belästigen, Bedrohen und Terrorisieren einer Person gegen deren Willen bis hin zu körperlicher und psychischer Gewalt. |
Konfliktdiebstahl | Mit diesem flapsig gemeinten Begriff wird darauf hingewiesen, dass der Partei ein Konflikt nicht abgenommen werden kann. Sie muss selbst die Verantwortung für den Konflikt übernehmen, wenn sie ihn los werden will. Das Helfersystem kann sie dabei unterstützen, mehr aber auch nicht. Der Begriff wurde von Trossen eingeführt, um die Bedeutung der Konfliktverantwortung der Parteien und die Rolle der Mediation herauszustellen. |
Verhandlungsparteien | Siehe auch: Parteien. Verhandlungsparteien sind die Medianden. Also die Parteien, die aktiv an der Mediation teilnehmen. |
Konfliktparteien | Siehe auch: Parteien. Konfliktparteien sind die Parteien, die direkten oder indirekten Einfluss auf das Konfliktgeschehen nehmen. |
Streitparteien | Siehe auch: Parteien. Streitparteien sind die Parteien, die über den Streitgegenstand verfügen können. |
Vertragsparteien | Siehe auch: Parteien. Vertragsparteien sind die Parteien, die den Mediationsvertrag unterzeichnen. |
Parteien | Hier sind damit die in Lager aufzuteilenden, streitenden Verfahrensbeteiligten zu verstehen. Auch werden mit dem Begriff die Beteiligten an einem Vertragsabschluss angesprochen. In der Mediation sind folgende Parteiqualitäten zu unterscheiden:
- Vertragsparteien
- Streitparteien
- Konfliktparteien
- Verhandlungsparteien
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Befangenheit | Die Befangenheit deutet auf eine mangelnde oder nicht vorhandene Neutralität hin. Sie darf weder aus der Sicht der Parteien noch aus der des Mediators vorliegen. Er muss darauf hinweisen, wenn Bedenken gegen seine Neutralität bestehen. |
Schadensersatz | Ersatz des Schadens, der durch eine Pflichtverletzung hervorgerufen wird. Die Pflichtverletzung muss für den Schadenseintritt kausal sein, also direkt darauf zurückgeführt werden können. Der Nachweis eines Schadens ist in der Mediation auch trotz des Vorliegens einer Pflichtverletzung nicht immer so ohne Weiteres möglich. Der Geschädigte muss darlegen können, dass der Schaden ohne den Fehler nicht eingetroffen wäre. |
Haftung | Die Haftung beschreibt die rechtliche Verantwortlichkeit für ein pflichtwidriges Verhalten. Wenn ein Haftungstatbestand gegeben ist, kann der dadurch verursachte Schaden ersetzt werden. Voraussetzung ist stets das Vorliegen einer Pflichtverletzung. |
Rechtsgrundsatz | Rechtsgrundsätze sind allgemein anerkannte Rechtsmaßstäbe. Ein Rechtsgrundsatz findet sich z.B. in der Vorschrift des § 242 BGB wieder, der Treu und Glaube als ein grundlegendes Prinzip des Privatrechts festlegt. Rechtsgrundsätze müssen nicht zwingend kodifiziert sein. Trotzdem bilden Sie einen Maßstab für die Rechtsanwendung. |
Sachkonflikt | Ein Konflikt, der sich auf Sachfragen (Probleme) bezieht. Nach der Lehre der Konfliktdimensionen unterscheidet er sich vom Beziehungskonflikt, vom Wertekonflikt, vom Strukturkonflikt und vom Systemkonflikt |
Objektive Kriterien | Die Entscheidung soll sich auf objektive Kriterien beziehen, nicht auf Meinungen oder Bewertungen (siehe auch Fakten-Meinungen-Emotionen) |