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Kooperative Praxis

Kooperative Praxis – auch „Cooperative Praxis“ oder „CP-Verfahren“ genannt – ist ein Konzept, das Rechtsvertretung und die Methodik der Mediation in einen Auftrag integriert. Das Verfahren ist in den USA sehr erfolgreich und seit einigen Jahren auch in Deutschland präsent. Hier wird das Verfahren kurz vorgestellt.


Ein Mediator darf nicht beraten, heißt es. Nach der hier vertretenen Auffassung muss er sogar beraten, zumindedst über das Verfahren und die Vorgehensweise im Verfahren. Wenn es das Rechtsdienstleistungsgesetz erlaubt, kann er auch im richtigen Moment eine neutrale Rechtsberatung über die Manifestation der Lösung herbeiführen. Näheres dazu finden Sie auf der Seite für Anwaltsmediatoren und über die Abgrenzung der Mediation zum Recht.

Anwaltsmediatoren Abgrenzung der Mediation zum Recht 

Die Praxis

Der Begriff "kooperative Praxis" setzt sich aus den Wörtern Kooperation und Praxis zusammen. Er deutet darauf hin, dass eine Kooperation praktiziert wird. Das ist für eine Mediation selbstverständlich. Aber was ist mit der anwaltlichen Beratung oder gar der anwaltlichen Vertretung? Erwarten die Parteien von dem Anwalt etwa, dass er kooperiert? Die Antwort lautet: Ja und Nein. Viele Anwälte nehmen an einer Mediatorenausbildung teil, weil sie sich mit dem Titel Mediator mehr Mandate erhoffen. Ist ihnen bewusst dass sie mit dem Briefkopf Anwaltsmediator gerade die Klientel anspricht, die eher eine Deeskalation suchen als eine Eskalation? Dann gibt es natürlich auch das Klientel, das um jeden Preis streiten will. Und was liegt dazwischen?

Die Praxis zeigt, dass Anwälte (so auch in vielen Ausbildungen) nur ein Entweder-oder kennen. Ich bin entweder Anwalt oder Mediator. Aus dem Anwaltsmediator wird plötzlich, wenn er als streitiger Anwalt beauftargt wurde, ein brutal streitender Gladiator. Für diese Behauptung gibt es keinen Beleg, aber eine oft bestätigte Beobachtung.1 Es ist fast so, als gäbe es nichts dazwischen. Auch die Richter klagen über eine erhöhte Streitlust, trotz aller Bemühungen um die Mediation.

Vielleicht muss zwischen der geübten und der gewünschten Praxis unterschieden werden. Wie kann ich kooperieren, wenn der Gegner sich wie ein Berserker benimmt? Die Frage ist wirklich herausforderend, denn die Kooperation ist auf den ersten Blick der Konfrontation unterlegen. Zumindest riskiert die kooperierende Partei Nachteile, wenn sie offen über alles redet und der konfrontative Gegner die Offenheit zu seinem Vorteil missbraucht.

Die Mediation kennt Regeln und Methoden, um die gewünschte Kooperation sicherzsutellen. Sie werden in der 1.Phase festgelegt, noch bevor über den Streit gesprochen wird. Die Kooperation ergibt sich strategisch betrachtet aus der Zielvereinbarung, die auf eine Suche abstellt, der Mediationsbereitschaft, die auf das Motiv abstellt und den Fokus in den Nutzen überführt, der Freiwilligkeit, die das Verhalten korrigiert und der Vertraulichkeit, die die Offenheit schützt usw. Es ist also ein Zusammenspiel aus vielen Aspekten, die zusammengenommen eine Kooperation zwischen den Parteien nahelegen und ermöglichen. Aber wie soll so etwas in der anwaltlichen Praxis erfolgen, wenn die Parteien unbedingt obsiegen wollen?

Die Kooperation

Es ist vielleicht weniger eine Frage, die an die Parteien als an den professionellen Dienstleister zu richten ist. Ist der Krieg (die hochstreitige Auseinandersetzung) wirklich der richtige Weg, um die Interessen der Parteien auf dem schnellstem und schonendsten Weg nachhaltig und dauerhaft zu befriedigen? Ist es wirklich der einzige Weg zu seinem recht zu kommen, indem Forderungen mit einem Drohpotenzial aufegbaut werden? Gibt es wirklich keinen anderen Weg, als das kriegerische Spiel des Gegners mitzuspielen?

Zutreffend ist, dass sich eine Kooperation ebensowenig ansagen lässt wie das Vertrauen. Die Aufforderung: "Du musst kooperieren, Du kannst mir vertrauen", geht ganz sicher ins Leere, wenn sie nicht authentisch ist. Vertrauen ist ein Gefühl. Kooperieren eine Strategie, die auf Vertrauen basiert. Um beides herzustellen, bedarf es mehr als nur einer Ansage.

Die Umsetzung

Es gibt einige konstruktive Ansätze, die das Dilemma lösen. Zu nennen sind:

  1. Das CP-Verfahren
  2. Die kooperative Praxis nach Schieferstein
  3. Die integrierte Mediation
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Kooperative Praxis 

Bedeutung für die Mediation

Dass die Mediation methodisch auch dazu geeignet ist, Parteien selbst in einem hoch eskalierten Streit in eine Kooperation zu begleiten, beweisen das Akltenkirchener Modell und die Cochemer Praxis. Auch die kooperative Praxis bedient sich der Methoden der Mediation. Sie wird wie eine zusätzliche Verhandlungsebene eingeführt, was dem Konzept der virtuellen Mediation nahe kommt. Alle Beispiele belegen, wie wichtig es ist, die Mediation in ihrer gesamten Bandbreite und Kompetenz wahrzunehmen. Nur so lässt sich ihrt Potenzial voll ausschöpfen.

Hinweise und Fußnoten

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Bearbeitungsstand: 2021-11-06 13:39 / Version 14.

Alias: cooperative law, CP-Verfahren
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