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Beziehungskonflikte bilden oft den Hintergrund

Wissensmanagement » Diese Seite gehört zum Fachbuch Mediation in der Wiki-Abteilung Wissen. Sie befinden sich auf der Themenseite Titelseite Beziehungskonflikt, die dem Kapitel Konfliktdimensionen im 6. Buchabschnitt Konflikt zugeordnet wird.

Konfliktdimensionen Beziehungen Beziehungskonflikte Analyse Opfer Bindungstheorie Resonanz 

Worum es geht: Ein Sachkonflikt kommt selten allein. Wenn er nicht durch einen Beziehungskonflikt ausgelöst wurde, kann er in einen Beziehungskonflikt führen. Beziehungskonflikte stellen eine Konfliktdimension dar. Der Umgang mit Beziehungskonflikten bedarf einer besonderen Aufmerksamkeit in der Mediation.

Einführung und Inhalt: Schon im Zusammenhang mit der Kommunikation wurde herausgearbeitet, welche Bedeutung den Beziehungen beizumessen ist. Laut Watzlawick steht die Beziehungsebene der Kommunikation immer mit der Sachebene in Verbindung. Ist die Beziehungsebene gestört, wirkt sich die Störung auf die Sachebene aus. Die Störung auf der Beziehungsebene kann wie ein Beziehungskonflikt behandelt werden.

Was ist ein Beziehungskonflikt?

Laut Duden ist Beziehung eine Verbindung oder ein Kontakt zwischen Einzelnen oder Gruppen. Die Beziehung drückt den inneren Zusammenhang und das wechselseitige Verhältnis dieser Verbindung aus.1 Laut Wikipedia ist ein Beziehungskonflikt ein Prozess der Auseinandersetzung, der auf unterschiedlichen Interessen von Individuen und sozialen Gruppierungen beruht und in unterschiedlicher Weise institutionalisiert ist und ausgetragen wird.2 Im hiesigen Verständnis drückt die Beziehung zunächst nur das sich auf den Umgang miteinander auswirkende Verhältnis der Streitparteien aus. Ein Beziehungskonflikt besagt also nicht mehr oder weniger, als dass dieses Verhältnis gestört ist.

 Merke:
Leitsatz 15524 - Bei einem Beziehungskonflikt geht es um die Auseinandersetzung über das Verständnis der Beziehung, was durchaus zu unterschiedlichen Interessen führen kann. Im Vordergrund steht jedoch die Beziehung nicht die sich daraus ergebenden Interessen.

Die Klärung der Beziehung steht im Mittelpunkt. Die Interessen werden erst angesprochen, nachdem die Beziehungsklärung herbeigeführt wurde. Es geht also hintergründig nicht um die Auseinandersetzung der unterschiedlichen Interessen, sondern um die Auseinandersetzung über das Verständnis der Beziehung, woraus durchaus unterschiedliche Interessen resultieren können.

Beispiel 15521 - Die Parteien haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Es geht um einen Streit um die Abwicklung eines Auftrages. Die Beziehung ist also die zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Es kommt zum Streit. Jetzt ist wird die Beziehung der Parteien durch den Streit gekennzeichnet. Im Streit entsteht der Eindruck, dass die eine Partei sich für etwas besseres hält. Sie ist überheblich und herablassend. Die Beziehung basiert nicht mehr auf gleicher Augenhöhe. Das wirkt sich auf das Streitverhalten aus.


In dem vorstehenden Beispiel sollte der Mediator prüfen, ob er die Beziehung der Streitparteien thematisiert. Wenn er das für nötig hält, kann und sollte er die unterschiedliche Sicht auf die Beziehung als ein eigenständiges Thema in der Mediation ausweisen. Wie das geschieht wird im Beitrag Themen und im Beitrag über die 2.Phase beschrieben. Wenn sich der Mediator dafür entscheidet, den Beziehungskonflikt als ein separtates Thema auszuweisen, führt er automatisch das im Harvard-Konzept herausgearbeitete Prinzip der Trennung von Mensch und Problem durch. Das Problem findet sich im Sachkonflikt wieder, der Mensch im Beziehungskonflikt. Ob die Beziehung zwischen Personen in einem eigenständigen Thema isoliert werden soll, hängt auch von der Qualität der Beziehung und dem Einfluss ab, den der Beziehungskonflikt auf die Problembehandlung nimmt.

Die unterschiedliche Qualität der Beziehungen

Beziehungen haben unterschiedliche Qualitäten, an denen sich unterschiedliche Rollen und vor allem Rollenerwartungen festmachen. je nachdem welche Personenkreise und Personenzahlen betroffen sind. Eine Beziehung kann als zufällig, als Freundschaft, als Partnerschaft usw. definiert werden. Sie kann symmetrisch oder komplementär gestaltet sein. Es gibt Innen- und Außengrenzen. Die Innengrenzen beschreiben die Abgrenzung zueinander und die Außengrenzen beschreiben die Abgrenzung gegenüber Dritten. Die folgende Unterscheidung gibt Hinweise auf die unterschiedlichen Beziehungsqualitäten und ihre Relevanz bei der Konfliktarbeit:

  1. Paarbeziehung: Hierbei handelt es sich um romantische Beziehungen zwischen zwei Menschen, die auf Liebe und gegenseitigem Respekt basieren. In einer Ehe wird zwischen der Paarbeziehungsebene und der Ebene der Elternbeziehung unterschieden.
  2. Elternbeziehung: Eltern müssen nicht zwingend ein Paar sein. Wenn Sie ein gemeinsames Kindes haben, stehen sie trotzdem in einer Elternbeziehung, egal wie sie gelebt wird.
  3. Familienbeziehungen: Dies sind Beziehungen zwischen Mitgliedern einer Familie, wie zB: Eltern, Geschwister, Großeltern, Onkel, Tanten und Cousins.
  4. Freundschaft: Dies sind Beziehungen zwischen Menschen, die sich auf einer freundschaftlichen Ebene verstehen und Vertrauen haben.
  5. Arbeitsbeziehungen: Arbeitsbeziehungen sind Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Kollegen oder Geschäftspartnern.
  6. Geschäftsbeziehungen: Geschäftliche Beziehungen sind Beziehungen zwischen Unternehmen, die auf einer geschäftlichen Ebene stattfinden, z.B. zwischen Lieferanten und Kunden oder zwischen Geschäftspartnern.
  7. Nachbarschaft: Nachbarschaftliche Beziehungen beziehen sich auf Beziehungen zwischen Nachbarn, die in der Regel auf Respekt, Hilfsbereitschaft und gelegentlichem Austausch von Ressourcen basieren.
  8. Erbengemeinschaft:
  9. Spirituelle Beziehungen: Spirituelle Beziehungen beziehen sich auf Beziehungen zwischen Menschen und ihrer spirituellen Praxis, sei es durch Religion, Meditation oder andere Formen der Spiritualität.
  10. Interpersonelle Beziehungen: Interpersonelle Beziehungen sind alle Arten von Beziehungen zwischen Menschen, die nicht unbedingt eine romantische, familiäre oder freundschaftliche Beziehung sind.
  11. Gesprächsbeziehungen: Auch in einem Gespräch werden Verbindungen aufgebaut wie der Rapport beschreibt.
  12. Streitparteien: Auch wenn Parteien nur im Streit zusammenkommen, bilden sie eine soziale Beziehung aus, bei der die eine Partrei sich auf das Verhalten der anderen einstellt. Die Beziehung wirkt sich also auch dann, wenn die Parteien sonst in keiner Beziehungzueinander stehen auf den Umgang und das Verhalten aus.

Die unterschiedlichen Beziehungsebenen

Beziehungen sind so komplex wie der Mensch. Es genügt oft nicht die Festzustellung, dass die Streitparteien ein Ehepaar oder Arbeitskollegen sind. Abhängig von den Rollen können ihre Beziehungen auf verschiedenen Ebenen abgewickelt werden. Oft geschieht es, dass diese Ebenen zusammenfallen.

Beispiel 13528 - Der Ehemann ist zugleich der Freund und der Geschäftspartner seiner Frau sowie der andere Elternteil. Der Chef ist zugleich der Vorgesetzte und der Freund des Mitarbeiters


Wenn mehrere Rollen in einer Person zusammenfallen, ist es wichtig, diese Rollen und die dazu gehörigen Beziehungsebenen voneinander zu trennen und deutlich zu machen, auf welcher Ebene gerade kommuniziert wird.

Beispiel 13529 - Der Vorgesetzte und Freund sagt zu seinem Freund und Untergebenen: "Als Freund möchte ich Dir helfen. Als Vorgesetzter sind mir meine Hände gebunden".


Schon die Klarstellung der Rolle aus der gehandelt wird und mit der korrespondiert wird, kann viele Missverständnisse vermeiden. In der Mediation würden die unterschiedlichen Rollen herausgearbeitet und geklärt werden, auf welcher Beziehungsebene kommuniziert wurde. Die Trennung der Beziehungsebenen erlaubt es, die Beziehungen unterschiedlich anzusprechen und gegeneinander abzugrenzen. Es kommt vor, dass Beziehungen auf einer Ebene gestört sind, auf der anderen Ebene aber nicht. So kann ein Ehepaar die Beziehung auf der Paarebene als beendet betrachten, die Beziehung auf der Elternebene aber durchaus wertschätzend fortsetzen.

Beziehung als Konfliktursache

Störungen in der Beziehung können die Ursache von Konflikten sein und sich auf das Konfliktverhalten auswirken. Ausgangspunkt ist stets die unterschiedliche Bewertung und Einschätzung der Beziehung und die daran geknüpften unterschiedlichen Erwartungen. Die Konflikte werden mit der Konfliktanalyse identifiziert und mit der Konfliktlandkarte sichtbar gemacht.

Beispiel 13527 - Ein Ehegatte sieht die Beziehung als beendet an, der andere nicht. Ein Mitarbeiter sieht sich als Vorgesetzter der andere nicht.


Je nach Intensität kann ein Beziehungskonflikt durchaus der Rationalität des Verhaltens im Wege stehen. Beziehungen werden maßgeblich über das limbische System gesteuert. Das limbische System ist eine Gruppe von Gehirnregionen, die für die Regulation von Emotionen, Verhalten und Motivation verantwortlich sind, einschließlich derer, die in zwischenmenschlichen Beziehungen eine Rolle spielen. Das limbische System ist eng mit dem Belohnungssystem des Gehirns verbunden, das für das Gefühl der Befriedigung und des Glücksgefühls verantwortlich ist. Es steuert also die Gefühle, die bei zwischenmenschlichen Beziehungen auftreten können in die eine oder andere Richtung. Die Freisetzung von Neurotransmittern wie Dopamin und Oxytocin kann im limbischen System dazu beitragen, positive Gefühle und Bindungen zwischen Partnern zu fördern. Mithin kann es schon für einen reibungslosen Ablauf der gedanklichen Arbeit im Neokortex erforderlich sein, die Beziehung zu klären (von Emotionen frei zu halten), um sich einem Sachpoblem zuwenden zu können. Die Funktionsweise des Gehirns wird im Beitrag Gehirn näher beschrieben.

Die unterschiedlichen Sichten auf die Beziehung

Folgende typische Situationen in der Mediation geben Hinweis auf die Notwendigkeit zur Bearbeitung des Beziehungskonfliktes:

Beispiel 15522 - Die Parteien wollen einen Trennungskonflikt lösen und die Scheidungsfolgen regeln. Bei der Themensammlung wiest der Mann darauf hin: "Ich habe keine Beziehung mehr zu meiner Frau". Der Mediator meldet zurück: "Sie wollen sagen, dass die Beziehung zu Ende ist. Richtig?". Der Ehemann bestätigt. Der Mediator fragt: "Geht das?". Nach einem kurzen Austausch stimmt der Ehemann zu, dass über den zukünftigen Umgang mit seiner Frau durchaus ein Gesprächsbedarf besteht.

Beispiel 15523 - Es gibt einen erbitterten Streit zwischen der alten Mutter und dem Sohn, der Eigentümer des Hauses ist, in dem die Mutter ein Wohnrecht hat. Der Streit geht um die Nutzung eines Kellerraumes und um die Abrechnung von Nebenkosten. Die Parteien wenden sich voneinander ab und verhalten sich außerordentlich misstrauisch und feindlich. Der Mediator spricht sie darauf an. "Sollten wir nicht auch über die Beziehung reden, die Sie miteinander haben?". Der Sohn antwortet spontan: "Nein, das macht keinen Sinn". Der Mediator meldet zurück: "Sie sagen also, dass die Beziehung schon ein Thema wäre, das einer Klärung bedarf. Sie meinen jedoch, dass eine Klärung nicht möglich sei". Danach erläutert der Mediator die Mediation. Die Parteien stimmen zu, über das Thema Beziehung zu sprechen. Das Thema wird priorisiert. Nach einer Klärung der Beziehung waren plötzlich auch die Sachprobleme nicht mehr wichtig.

Beispiel 14533 - Es geht um Finanzfragen nach der Trennung. Die Parteien hassen sich, weil sie den jeweils anderen Ehegatten für das Scheitern der Beziehung verantwortlich machen. Wie mögen die finanziellen Regelungen aussehen, wenn die Parteien Rache üben wollen (etwa weil sie gemeinsame Kinder haben)? Die Zahlen werden davon beeinflusst, wie die Parteien ihre zukünftige Beziehung sehen wollen.

Beispiel 14767 - Die Eheleute finden sich bei einem außerordentlich hoch eskalierten Konflikt beim Mediator ein. Sie wurden widerwillig zu einem kostenlosen Infotermin gezwungen. Der Mediator bemerkt die Aversionen schon als die Parteien den Raum betraten und wie sie sich hinsetzen. Nach einem knappen Begrüßungssatz, Sprache die Parteien darauf an. „Ich spüre den Hass den sie aufeinander haben". Die Parteien bestätigen und jede Seite fängt an zu erzählen, warum der Hass berechtigt ist und dass sie miteinander fertig seien. Der Mediator fragt ob das so stimmen kann, denn Hass bedeutet gerade, dass man nicht miteinander fertig ist. Er erklärt, dass miteinander fertig sein bedeutet, dass einem der andere gleichgültig ist. Das sei das Ziel der psychologischen Trennung. Er fragte Parteien ob das nicht auch in Ihrem Sinne wäre. Die Parteien antworten aus ihrer Erfahrung im Umgang miteinander: „das Makler gehen aber nicht mit dem da". Der Mediator hält fest: "Ruhe zu finden und Frieden und von dem anderen in Ruhe gelassen zu werden, wäre Ihnen schon wichtig. Ist das so?". Beide Parteien bestätigen. Der Mediator fragt: "Wie kommen Sie dahin?" ... Er wartet die Antwort ab und fragt dann: "Helfen Ihnen die gerichtlichen Auseinandersetzungen dabei den inneren Frieden zu finden und von dem anderen in Ruhe gelassen zu werden?". In den Gedanken der Parteien kommen Zweifel auf. Jetzt erst erklärt der Mediator, was die Mediation leistet, wozu sie in der Lage ist und was sie bezwecken kann.

Beispiel 15402 - Eine 74-jährige Mutter, eine Beamtenwitwe, kritisiert den inzwischen 50-jährigen Sohn immer, wenn er zu Besuch kommt. Sie kommt mit seinem unsteten Leben nicht klar und gibt ihm immer gut gemeinte Ratschläge zu seiner beruflichen Ausrichtung. Der Sohn kann ihr zugestehen, dass die penetranten Ratschläge gut gemeint sind. Er weiß auch, dass seine Mutter gar nicht die Informationen hat, um sich ein Urteil zu erlauben. Trotzdem regt sich der Sohn immer wieder auf. Die Beziehung wird belastet. In einer Mediation stellt der Mediator fest: "Sie sagen, dass sich Ihre Mutter gar kein Urteil erlauben kann, weil sie gar nicht die Informationen hat, die eine Einschätzung ermöglichen. Warum regen Sie sich dann so auf?". Im weiteren Gespräch stellt der Sohn fest, dass er sich mental noch nicht von den Eltern abgenabelt (emanzipiert) hat. In dem Moment wo ihm das klar wurde, empfand der die Kritik seiner Mutter nicht mehr als belastend. Er konnte sogar darüber lachen. Daraufhin hat sich die Beziehung zur Mutter wieder normalisiert.

Typische Phänomene bei Beziehungskonflikten

Nachfolögend eine Zusammenstellung von typischen Phänomenen, die bei der Bearbeitung von Beziehungskonflikten in der Mediation aufkommen.

Beziehungen können nicht enden
Die geschiedene Ehe oder die abgebrochene Beziehung zu einem Partner oder einer Partnerin ist auch eine Beziehung. Sie ist eine Ex-Beziehung sodass der Partner oder die Partnerin zu einem Ex-Partner wird. Schon die Bezeichnung ist der Ausdruck einer Beziehung. Die Frage ist nur, wie sie gelebt und ausgestaltet wird. Es wäre deshalb konsequent und logisch zu sagen, eine Beziehung geht nie zu Ende, sie wird nur umgestaltet. Das ist eine nicht unwesentliche Erkenntnis, die hilft mit einer Beziehung umzugehen. Viele Menschen glauben, wenn sie die Partnerschaft beenden, sei auch die Beziehung beendet. Weder das eine, noch das andere lassen sich löschen. Die Beziehung bleibt ein Teil des eigenen Lebens, der Erinnerung und gegebenenfalls sogar der eigenen Prägung. Das geht auch nicht zu Ende.
Nähe und Distanz
Die Nähe der aufeinander bezogenen Personen impliziert ihre Verletzlichkeit.

Manchmal hasst man den Menschen, den man am meisten liebt,
weil er der einzige ist, der einen wirklich verletzen kann.

Gefühle die binden und loslassen
Hass wird oft als ein Gefühl beschrieben, mit dem das Ende einer Beziehung zum Ausdruck gebracht werden soll. Tatsächlich deutet der Hass auf eine hohe Verletztheit hin. Er ist also ein Indiz, wenn nicht gar ein Beleg für ein enges Verhältnis. Irrtümlicherweise wird er als ein Zeichen für die Beendigung der Beziehung verstanden. Tatsächlich ist er aber deren Fortsetzung. Hass hält die Beziehung - wenn auch mit umgekehrtem Vorzeichen - aufrecht. Erst die Gleichgültigkeit markiert die Ablösung und die Überwindung der Beziehung. Wenn die Beendigung der Beziehung als ein Verlust betrachtet wird, ist Trauer das gefühl, das loslassen kann.
Kampf um die Beziehung
Wenn Parteien spüren, dass die Beziehung in die Brüche geht (Trennung), sehen sie sich oft veranlasst, um die Beziehung zu kämpfen. Sie wollen Nähe herstellen, indem sie Druck auf den Freund oder Partner ausüben. Vorwürfe, Erwartungen, Enttäuschungen sollen ihn dazu veranlassen, den Schritt aus der Beziehung heraus zu überdenken. Übersxehen wird, dass sich eine Beziehung (Liebe, Freundschaft) nicht erzwingen lässt. Sie lässt sich weder hin- noch wegargumentieren. Auch ist die Beziehung einer Rechtfertigung nicht zugänglich. Sie ist die explizit (Heirat) oder konkludent getroffene Übereinkunft zweier oder mehrerer Personen, eine Verbindung miteinander einzugehen. Druck erreicht oft das Gegenteil. Es signalisiert dem Partner, ihn nicht verstehen zu wollen und liefert eher die Rechtfertigung für seinen Entschluss als ein Überdenken.
Beendigung einer Beziehung
Oft meinen Menschen, sie hätten eine Beziehung beendet. Rein logisch betrachtet, ist das gar nicht möglich. Ähnlich wie das Axiom der Kommunikation, das besagt, es gäbe keine Nichtkommunikation, ist eine Beziehung, die einmal errichtet wurde, nicht beendigungsfähig. Allerdings wandelt sich die Qualität der Beziehung.
Beispiel 13530 - Aus dem Ehepartner wird der oder die Ex. Aus der Freundschaft wird der ehemalige Freund oder die ehemalige Freundin, usw.

Beziehungserfahrung
Die Parteien im Streitsystem neigen dazu, die Ursache für ein Scheitern der Beziehung im Partner oder Gegner zu sehen. Die Pflege einer Beziegung erfordert eine Beziehungsarbeit.

Die Schuldfrage in der Beziehung

Die Frage nach Schuld und Verursachung kommt häufig in Beziehungskonflikten vor. Die einsichtsvolle Aussage, dass beide Seiten Schuld am Scheitern der Beziehung tragen, ist oft ein Lippenbekenntnis. Oft wird die Frage nach den Gründen für das Scheitern gestellt, weil sich eine Seite nicht schuldig fühlen will. Dann geht es nicht wirklich um die Frage der Schuld, sondern der Verursachung. Die Schuldfrage kommt auf, wenn die Trennung als verletzlich angesehen wird. Die Verletzung muss sich nicht einmal auf die Tatsache der Trennung an und für sich beziehen. Sie kann sich auch auf die Frage nach der Art und Weise der Trennung beschränken.

Der notwendige Klärungsbedarf

Beziehungsfragen lassen sich nicht auf der Sachebene abhandeln. Das Hase und Igel-Spiel zeigt, wie man durch den Ebenenwechsel zwischen sachebene und Beziehungsebene die Konfliktlösung verhindert. Der Mediator und die Mediatorin müssen in der LÖage sein, die Kommunikationsebenen einzuhalten, umden Hase und Igel Effekt zu verhiundern.

Hase und Igel Spiel 

Bedeutung für die Mediation

Die Unterscheidung zwischen dem Sachkonflikt und dem Beziehungskonflikt verwirklicht das Prinzip des Harvard-Konzeptes, das die Trennung von Mensch und Problem vorsieht. Das Problem verbirgt sich hinter dem Sachkonflikt. Der Mensch verbirgt sich hinter dem Beziehungskonflikt. Wenn der Bezehungskonflikt gelöst ist, fällt den Parteien die Problemlösung wesentlich leichter.

Hinweise und Fußnoten
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Bearbeitungsstand: 2024-04-17 07:47 / Version 42.

Alias: Beziehungskonflikte
Siehe auch: Konfliktdimensionen
Included: Beziehungen, Schuld
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Based on work by Arthur Trossen und anonymous contributor . Last edited by Arthur Trossen
Seite zuletzt geändert am Freitag Juni 21, 2024 06:04:08 CEST.

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