Systemkonflikt | Ein Systemkonflikt entspringt aus Spannungen, die im System verankert sind. Er bezieht sich auf Divergenzen in der systemischen Ordnung und Identität. Nach der Lehre der Konfliktdimensionen unterscheidet er sich vom Beziehungskonflikt, vom Wertekonflikt, vom Strukturkonflikt und vom Sachkonflikt |
Systemgesetze | Die Unterscheidung der Systemgesetze stellt auf die Grundbedürfnisse ab, die ein System befriedigen muss. Die zehn Systemgesetze lauten:
- Zugehörigkeit zum eigenen System
- Anerkennung, Wertschätzung und Respekt
- Gleichgewicht von Geben und Nehmen
- Früher vor später hat Vorrang
- Höhere Verantwortung / höherer Einsatz hat Vorrang
- Höhere Kompetenz / höheres Wissen hat Vorrang
- Neues System vor altem
- Gesamtsystem vor Untersystemen
- Aussprechen, anerkennen was ist
- Ausgleich schaffen
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Beteiligung von Kindern | In diesem Kontext wird der Begriff Kinder als Abkömmlinge, Adoptivkinder und gegebenenfalls auch als Pflegekinder gemeint. Kinder können in einer Mediation unterschiedliche Rollen einnehmen. Sie können Streitpartei, Konfliktpartei oder Dritte sein. Je nach ihrer Rolle sind sie anders in die Mediation einzubeziehen. |
Mehrparteienmediation | Mediationen mit mehr als zwei Parteien, mit unterschiedlichen Menschen und verschiedenen Interessen. Die Mehrparteienmediation ist von der Gruppenmediation zu unterscheiden. |
Mehrpersonenmediation | Der Begriff Mehrpersonenmediation ersetzt den Begriff der Mehrparteienmediation. Er beschreibt präziser, worum es geht, weil in der Mediation nicht jeder Teilnehmer eine Partei sein muss. |
Notizblock | Notizblöcke sind Hilfsmittel in der Mediation. Sie sollen Notizen ermöglichen. Zwar sollen sie nicht zur Protokollierung oder zur Sammlung von Zitaten aus der Mediation verwendet werden. Wohl aber sind sie hilfreich, um die andere Partei ausreden zu lassen. |
Notizen | Notizen sind möglich und sinnvoll in der Mediation. Sie sollen helfen, Gedanken festzuhalten. Das ist erforderlich, um die Partei ausreden zu lassen oder um Fragen und Gedanken zu notieren, die bei Gelegenheit noch einzubringen sind. Wichtig ist, dass die Notizen nicht als Protokolle verwendet werden. Die Parkplatztechnik erlaubt öffentöiche Notizen. |
strategische Exklave | Innerhalb der Konfrontation ist eine Kooperation nur möglich, wenn sie strategisch ausgegrenzt wird. Dort wo die Konfrontation eine Kooperation verhindert, muss die Mediation strategisch isoliert werden. |
Streitbekenntnis | Das Streitbekenntnis ist vom Konfliktbekenntnis zu unterscheiden. Der Streit ist offenkundig. Es fällt den Parteien also leicht, dies einzugestehen. Schwieriger wird es bei dem Konfliktbekenntnis. Das Konfliktbekenntnis geht über den objektiv sichtbaren Streit hinaus und betrifft auch innere Vorgänge. |
Konfliktbekenntnis | Um einen Konflikt lösen zu können, bedarf es der Konflikteinsicht. Um darüber verhandeln zu könne, bedarf es des Konfliktbekenntnisses. Mit dem Konfliktbekenntnis einher geht die Übernahme der Verantwortung zur Beilegung des Konfliktes. Es fällt vielen Parteien schwer, den Konflikt und die damit einhergehende Betroffenheit einzugestehen. |
Suchlogik | Die Suchlogik folgt der Prozesslogik. Sie beschreibt die folgerichtigen Schritte zur Erreichung des Zieles in den Mediation. |
Konfliktdimensionen | Konfliktdimensionen sind eine Konfliktart mit einem inhaltlichen Konfliktbezug. Zu unterscheiden sind drei auf das Individuum bezogene Konfliktdimensionen.
- Die sachlich-intellektuelle Dimension
- Die sozio-emotionale Dimension
- Die wertmäßig-kulturelle Dimension
Weiterhin können die auf Gruppen bezogene Konfliktdimensionen identifiziert werden:
- die strukturelle Dimension
- die systemische Dimension
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Klammerthema herausarbeiten | Die Parteien sollen mit den Themen einen Bezug zum Konflikt finden. Den inhaltlichen Bezug stellen die Konfliktdimensionen her. Für eine vollständige Themensammlung sind alle Konflikte zu listen. Besonders dann, wenn die Liste nur Sachkonflikte erfasst, sollte darauf geachtet werden, dass ein Thema aufgeführt wird, das den Bezug zum Kontext herstellt und die Klammer über die anderen Themen bildet. Das ist meist der Beziehungskonflikt. |
Klammerthema | Bei der Themensammlung sollte darauf geachtet werden, dass ein Thema (separat) ausgewiesen wird, das den Bezug zu dem Kontext herstellt, in dem sich der Konflikt bewegt. Dieses Thema wird als Klammerthema bezeichnet. Meist wird es durch den Beziehungskonflikt ausgedrückt. |
Mediationsreife | Die Mediationsreife besagt, wann ein Konflikt, ein Problem oder die Parteien reif sind für eine Mediation oder wann der Moment gekommen ist, eine Mediation anzubieten. |
Reifegrad | Es kommt stets auf den richtigen Moment an. Wann der Moment gekommen ist, wird kann am Reifegrad gemessen werden. Dabei werden drei verschiedene Bezugspunkte offengelegt, deren Reifegrad für das erfolgreiche Vorgehen in einer Mediation ausschlaggebend ist:
- Die Verhandlungsreife (wann ist der Moment zum Verhandeln gekommen?)
- Die Mediationsreife (wann es mehr braucht als nur Verhandlungen)
- Die Entscheidungsreife (wann ist der Moment gekommen, eine Entscheidung zu treffen?)
- Die Konfliktreife (wann ist der Moment gekommen, in dem sich die Parteien dem Konflikt stellen können?)
- Die Momentreife (wann ist der Moment zum Einschreiten gekommen?)
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Momentreife | Um den reibungslosen Ablauf des auf Erkenntnissen basierenden Prozesses der Mediation sicherzustellen, sind viele Momente ausschlaggebend, in denen mindestens ebenso viele prozess- und erkenntnisfördernde Entscheidungen zu treffen sind. Jeder dieser vielen Momente, die zum Gelingen der Mediation beitragen braucht einen Anlass und eine passende Gelegenheit. Die Frage, wann sich diese Gelegenheiten ergeben werden als Momentreife bezeichnet. Gängiger ist der Begriff des Gelegenheitsfensters oder das Wíndows of Opportunity. |
Verhandlungsangebot | Verhandlungsangebote werden oft im falschen Moment und auf eine Art und Weise unterbreitet, dass ihre Ablehnung zu erwarten ist. Wirksam sind Verhandlungsangebote, die einen anderen Rahmen herstellen, die lösungsoffen sind und auf gleicher Augenhöhe geführt werden. Diese Voraussetzungen erfüllt die Mediation. Der Vorschlag zur Durchführung einer Mediation stellt ein Verhandlungsangebot dar, das diesen Anforderungen entspricht. Jetzt kommt es nur darauf an, dass die Parteien das wissen. |
Verhandlung ermöglichen | Die Partei erklärt sich verhandlungsbereit. Sie unterbreitet sogar ein Verhandlungsangebot. Allerdings stellt sie ihre Bereitschaft unter eine Bedingung, die oft einer Unterwerfung gleich kommt, die Lösung vorwegnimmt und eingrenzt oder die lediglich die Konfrontation unterstreicht. Auch wird das Verhandlungsangebot mit einem Angriff verbunden und einem Vorwurf, den die andere Seite nicht teilen kann. Solche Angebote machen es dem Gegner schwer, sich darauf einzulassen. Wirksam sind Angebote, die einen anderen Rahmen herstellen, die lösungsoffen sind und auf gleicher Augenhöhe geführt werden. Diese Voraussetzungen erfüllt die Mediation. Ein Dritter ist (eher) in der Lage, das Angebot zu vermitteln. Gegebenenfalls muss er mit den Parteien Einzelgespräche führen, um deren Interesse an einer Verhandlung auszuloten oder um den Nutzen klar zu machen. |
positiv Umformulieren | Es geht darin, das Positive in der Aussage aufzudecken. |