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Die Sprache der Mediationsschulen

Wissensmanagement » Diese Seite gehört zur Rubrik Schulen der Wiki-Abteilung Akademie. Sie befinden sich auf der Seite Termini wo die unterschiedliche Terminologie der jeweiligen Lehre identifiziert wird. Beachten Sie bitte auch:

Schulen Konzepte Thesen Begriffe Aufgaben Inhalte Beispiele Prüfung

Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben sogar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Das differenzierte Fachwörterbuch gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen und abweichenden Lehren auf den Grund zu gehen.

Die Terminologische Zuordnung

Die einen sprechen vom Eisbergmodell, die anderen vom U-Modell und wieder andere sprechen vom PIN-Modell. Alle meinen das gleiche. Die begrifflichen Abweichungen verwirren, weshalb Wiki to Yes nicht nur ein Fachwörterbuch einführt, sondern auch versucht, den Begriffswelten der jeweiligten Lehre auf den Grund zu gehen.

  Das Fachwörterbuch

Die Examensdatenbank wird ständig erweitert. Sie können helfen. Sollten Sie einen Begriff vermissen oder anders definieren, geben Sie bitte einen Hinweis, wenn Sie die Änderung nicht selbst einbringen.

 
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Bezeichnung
Beschreibung
AS-StelleBei der AS-Stelle handelt es sich um eine auf der OS-Plattform aufgeführte Stelle für alternative Streitbeilegung (AS), die der Richtlinie 2013/11/EU des Europäischen Parlaments und des Rates entspricht.
SchmetterlingstheorieDer Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Tornado auslösen. Der Schmetterlingseffekt wird von der Chaostheorie aufgegriffen. Sie belegt, dass kleinste Veränderungen der Anfangsbedingungen große Auswirkungen auf das gesamte System haben können. Wenn sich die Mediation mit der Zukunft und Kausalitäten auseinandersetzt, muss der Mediator über die Chaostheorie bescheid wissen, damit die Zukunftsplanung erfolgreich ist.
RumpelstilzchenfrageDiese Frage triggert den Rumpelstilzcheneffekt an. Es geht darum, den wahren Namen des Konfliktes zu erkennen, der sich hinter den Symptomen verbirgt. Das Ziel der Frage ist die vollständige Konfliktauflösung und die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit.
ErkenntnisfragenErkenntnisfragen sind Fragen, die darauf abzielen, neues Wissen, tiefere Einsichten oder ein besseres Verständnis eines Themas zu ermöglichen. Sie unterscheiden sich von reinen Informationsfragen („Wie spät ist es?“) oder rhetorischen Fragen („Ist das nicht offensichtlich?“), weil sie zum aktiven Nachdenken, Reflektieren oder Hinterfragen anregen. In der Mediation helfen Erkenntnisfragen den Parteien, selbst eine Lösung zu finden.
MediationLegaldefinition in § 1 Mediation. Danach ist die Mediation ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem der Mediator die Parteien durch eine Mediation führt, damit sie freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben. Es gibt verschiedene Definitionen. Sie werden im Beitrag Mediation-Definition zusammengefasst. Die Klassifizierung erwartet eine Unterscheidung zwischen: formeller Mediation iSd Mediationsgesetzes, formeller und materieller (substanzieller) Mediation
VersorgungsausgleichDer Versorgungsausgleich beschreibt den erforderlichen Ausgleich der jeweils erworbenen Rentenanwartschaften bei einer Scheidung von Eheleuten. Es handelt sich somit um eine Scheidungsfolge, die im Schewidungsprozess sogar von Amts wegen durchgeführt wird. Vereinbarungen sind im begrenzten Maße möglich.
SachverhaltsmethodeVorgehensweise in Phase 2. Bei der Sachverhaltsmethode wird die Partei aufgefordert, den Sachverhalt / den Fall / das Problem zu schildern.
SachverhaltserfassungMethode um alle Umstände und Hergänge zu erfassen, die für eine Fragestellung relevant sind. Der Sachverhalt ist nicht mit Fakten gleichzusetzen. In der Mediation beruht er meistens auf Schilderungen der Parteien, Recherchen und Ermittlung der Kontextfaktoren.
Kontextfaktoren

Kontextfaktoren sind verschiedene Elemente oder Bedingungen, die den Rahmen oder Hintergrund einer Situation, eines Ereignisses, einer Entscheidung oder einer Kommunikation bilden und diese beeinflussen. Sie spielen eine wichtige Rolle dabei, wie etwas verstanden, interpretiert oder bewertet wird. Kontextfaktoren können in verschiedenen Bereichen wie Kommunikation, Psychologie, Soziologie, Bildung, Wirtschaft oder Technologie relevant sein. Sie helfen auch bei der Konflikterfassung in der Mediation.

Eureka-MomentDer "Eureka"-Moment, auch bekannt als das "Aha-Erlebnis", ist ein plötzlicher Einblick oder eine Erkenntnis, die oft mit einem Gefühl der Klarheit und Erleichterung einhergeht. Dieser Moment der Einsicht kann in verschiedenen Bereichen des Lebens auftreten, sei es in der Wissenschaft, Kunst, Bildung oder sogar in der Konfliktlösung. In der Mediation, einem Prozess, bei dem neutrale Dritte helfen, Konflikte zwischen Parteien zu lösen, kann das "Eureka"-Erlebnis eine entscheidende Rolle spielen. Es kann den Durchbruch in einer festgefahrenen Situation bedeuten und den Weg zu einer nachhaltigen Lösung ebnen.
Lösungsparadoxie Die Paradoxie beschreibt den Effekt, dass die Lösung vereitelt werden kann, indem man sich allzusehr darauf versteift. Umgekehrt kann die Lösung hergestellt werden, indem man nicht daran denkt. Das ist eine Erwartung an den Mediator und die Parteien in der Mediastion.
Paradoxie der MediationDie Mediation wird manchmal als paradox bezeichnet, weil sie auf den ersten Blick widersprüchliche Elemente vereint. Diese scheinbaren Widersprüche machen die Mediation zu einem komplexen und vielschichtigen Prozess, der jedoch gerade durch diese Balance oft erfolgreich ist.
MediationsparadoxonDie Mediation verwirklicht eine Paradoxie, weil sie die Lösung herstellt, indem sie die Lösung (zunächst) aus dem Blick nimmt. Die Lösung entsteht aus dem Prozess.
Penrose DreieckDas Penrose-Dreieck, das auch Tribar genannt wird, ist eine optische Täuschung, die irritiert. In der 2. Dimension wird ein dreidimensionales Gebilde dargestellt, das es so nicht geben kann. Bei dem Tribar handelt es sich nicht um eine Paradoxie.
Konferenzsoftware

Software zur Durchführung von Onlinemediationen, Onlinekonferenzen, Onlinemeetings und Onlineseminare. Beispiele: Zoom, Teams, Jitsi usw. (Diese und weitere Fundstellen siehe bei Links unter "Infoprmatik")

new WorkDer Begriff bezeichnet moderne und flexible Formen der Arbeitsorganisation, in der Mitarbeiter selbstbestimmt und selbstverantwortlich arbeiten und wo die Interessen des Unternehmens mit den Interessen des Mitarbeiters bestmöglich in Einklang stehen.
SchwarmdummheitMenschen denken eher emotional als rational. Wissenschaftler sehen darin einen Unterschied zu Ameisen, die eher rational denken. Die emotionale Denkweise führt zu Umwegen, weshalb von der Schwarmdummheit der Menschen gesprochen wird.
Mediationscontainer

Das Verfahren verhält sich wie ein Container. Der Verfahrenscontainer wird durch die Rahmenbedingungen und die dadurch vorgegebenen Abläufe definiert. Bei einem Mediationsverfahren ist der Mediationscontainer passend auf die Methoden zugeschnitten, die der Container enthält.

KairosDer Begriff stammt aus dem Altgriechischen. Er bezeichnet den günstigen Zeitpunkt einer Entscheidung, Handlung oder Vornahme. Wird dieselbe Frage beispielsweise im falschen Moment gestellt, verliert sie ihre Wirkung. Ein Vergleich mit der Entscheidungsreife im Juristischen liegt nahe. Kairos geht darüber jedoch hinaus, weil sich die Mediation auf den Prozess konzentriert, wo es nicht nur auf DIE Entscheidung ankommt, sondern auf eine Vielzahl von Aktionen und Reaktionen, die aufeinander abzustimmen sind. Das Phänomen wird in der Mediation mit dem aus dem Kampfsport stammenden Begriff Window of Opportunity beschrieben.
DenkweisenDie Denkweise beschreibt die Art und Weise des Denkens und mithin die gedankliche Herangehensweise an ein Problem oder einen Konflikt. Die Mediation zeichnet sich dadurch aus, dass sie verschiedene, auch inkompatible Denkweisen zulassen und zusammenführen kann.

Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: Liste der Verzeichnisse, Terminologie
Prüfvermerk:
Aliase: TerminiMediationsschulen