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Seiten-ID: 1368 Coping - Stressbewältigung in der Mediation B) Inhalt »  06. Konflikt »  Konfliktarbeit A) Abteilung »  08. Archiv

Coping - Stressbewältigung

Der Begriff kommt aus dem Englischen und wird mit Bewältigung, aber auch mit Mauerabdeckung übersetzt. To cope wird mit wetteifern übersetzt.1 Es findet sich auch die Übersetzung: "Klarkommen mit etwas"2 oder: "Jemandem oder etwas gewachsen sein, fertig werden, bewältigen, meistern".3 Was hat das mit Mediation zu tun?




Hilfe zur Bewältigung

Anwendung in der Psychologie

Im Lexikon der Psychologie wird der Begriff sowohl als Sammelbegriff für Maßnahmen verwendet, die darauf abzielen, Streß zu bewältigen. Zum anderen soll er ein vollstandardisiertes Verfahren zur Selbstbeurteilung beschreiben4 . Nach Stangl handelt es sich um eine Bezeichnung für eine Vielzahl von Strategien und Verhaltensweisen der Auseinandersetzung mit Stressoren und belastenden Situationen. Danach verfolgt das Coping zuwei Hauptziele: Einmal geht es darum, Person-Umwelt-Bezüge, die Stress erzeugen, zu beherrschen oder zu ändern. Zum anderen sind Stress geladene Emotionen unter Kontrolle zu bringen5 Vereinfacht gesagt, gibt es beim Coping zwei Ausrichtungen:

  1. Das aktive Coping will die Verhältnisse ändern, indem die Stressursache (Stressor) gemieden oder eliminiert wird.
  2. Das internale Coping versucht die innere Einstellung zu der Stress erzeugenden Situationen zu ändern.

Es gibt also zwei grundlegende Strategien. Der assimilative Prozess passt das Verhalten (die Möglichkeiten) dem Ziel (der Lösung) an, während an dem Ziel festgehalten wird. Der akkomodative Prozess passt das Ziel (die Lösung) den zu akzeptierenden Begebenheiten anError: Tag not found in any previous footnote. Die dritte, ungewünschte Alternative wäre das Aufrechterhalten der Krise.

Coping-Frage

Eine zentrale Technik ist die sogenannte Coping-Frage. Sie soll der Partei aus dem Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins heraushelfen. Die Menschen denken lösungsorientiert. Bemerken sie, dass die zur Lösung führenden Gedanken nicht hilfreich oder wenig zielführend sind, geraten sie leicht in eine sogenannte Problemtrance.6 Je mehr die Gedanken eines Menschen um das Problem kreisen, umso geringer wird die Chance, eine Lösung zu finden. Es kommt zur Resignation und dem Gefühl des Ausgeliefertseins.

Coping-Fragen sollen helfen, die Ressourcen der betroffenen Person aufzuspüren, mit denen sie sich dem Problem stellen kann. Es ist die Suche nach bereits erfolgreich geübten Bewältigungsstrategien. Das Interesse des Fragers richtet sich nicht nur auf Erfahrungen, sondern auch auf Vergleiche, in denen das unlösbare Problem entweder weniger groß oder gar nicht vorhanden war. Stets kommt es darauf an zu zeigen und herauszufinden, wie die Person in der Lage ist, Lösungen herbeizuführen. Typische Copi9ng Fragen sind also:

Beispiel 11582 - "Wie haben Sie es bisher geschafft?" oder "Wie war es Ihnen gelungen, trotz der Schwierigkeiten so besonnen zu reagieren?" oder "Wie schaffen Sie es damit zurechtzukommen?"


Mittels eines Ressourcen-Screenings sowie der lösungsorientierten Zentralfrage, lassen sich Handlungsstrategien erarbeiten, die Klienten dann schrittweise umsetzen können. Des Weiteren gehören natürlich Wunder-, Skalierungs-, Konkretisierungs-, Externalisierungs- sowie zirkuläre Fragen zum Standardrepertoire dieses Ansatzes.Error: Tag not found in any previous footnoteAuch die Vergebung zählt zu den Coping-Strategien. Sie hilft dem Opfer, die Folgen einer Verletzung zu überwinden.

Bedeutung für die Mediation

In gewisser Weise ist die Mediation für den akkomodativen Prozess prädestiniert. Sie passt das Ziel (die Lösung) den zu akzeptierenden Begebenheiten an und richtet es am Nutzen aus.

Wenn die Parteien eigene Lösungen entwickeln sollen, ist es die Aufgabe des Mediators, sie dabei zu unterstützen. Manchmal verhindert die Problemtrance, dass die Parteien, die Verantwortung für den Konflikt zu übernehmen. Sie schätzen ihre eigenen Ressourcen oft völlig falsch ein. Die Partei aus diesem Loch herauszuholen ist ein Fall der schwierigen Situation im Sinne der Ausbildungsverordnung,7 woraus eine Aufgabe des Medioators und der Mediatorin abzuleiten ist.8

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2021-08-01 09:39 / Version 38.
Aliase: Coping-Fragen, Problemtrance
Siehe auch: Konfliktverzeichnis, Herausforderung, Vergebung, Hochstapler-Syndrom
Prüfvermerk:

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1 Dict (Wörterbuch) - 2021-07-31 für cope und coping
3 Hache (Copingstrategien) - 2019-11-18 Seite 3
5 Zitat aus: (2018). Coping. Werner Stangls Psychologie News unter Bezugnahme auf Hechhausen 1989, S. 119
7 Die Herausforderung wird im Schwierigkeitenverzeichnis erfasst als: Problemtrance
8 Die Aufgabe wird im Aufgabenverzeichnis erfasst als: Unterstützung der Parteien
© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Coping" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/Coping
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Administrator und Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Sonntag August 1, 2021 09:39:20 CEST von Administrator.