Die diversen Schulen der Mediation
Wissensmanagement » Sie befinden sich auf einer Titelseite der Abteilung Akademie. Die Ausführungen zur Lehre nimmt auf die Ausbildung bezug, die im Wiki einen großen Raum einnimmt.
Worum es geht: Die zugrunde gelegte Lehre offenbart das Mediationsverständnis. Mediation ist nicht gleich Mediation. Die Datenbank erfasst bereits 2053 Varanten. Wenn es so viele Varianten und Qualitäten in der Mediation gibt, kommt die Frage auf, wie sie sich unterscheiden, wie sie auseinanderzuhalten sind und worauf die Unterscheidung zurückgeführt wird. Mit dieser Frage befasst sich nicht nur die Forschung im Wiki. Damit wird auch die Ausbildung konfrontiert. Das sollte sie zumindest.
Übersicht / Navigation
- Forschungsbedarf und Hintergrund
- Die Lehre der Mediation
- Worin unterscheidet sich die Lehre?
- Die unterschiedlichen Auswirkungen
- Konzepte und Lehren
- Leitsätze nach Lehren geordnet
- Fachbegriffe nach Lehren geordnet
- Aufgaben nach Lehren geordnet
- Inhalte nach Lehren geordnet
- Beispiele nach Lehren geordnet
- Prüfungsfragen nach Lehren geordnet
- Ausbildungsinstitute
Könnten Sie diese Frage beantworten?
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Einführung und Inhalt: Auch die Ausbildung ist, trotz aller Versuche zur Standardisierung, nicht gleichzusetzen mit jeder anderen Ausbildung. Ja, es gibt Unterschiede, sie sich an der Frage der Ausbildungsqualität messen lassen. Aber selbst die beste Ausbildung verliert an Wert, wenn sie sich im Dunstkreis des Wisssens über Mediation verliert ohne sich damit auseinanderzusetzen. Die Frage beginnt bei den Anforderungen, die an das zu lehrende Wissen überhaupt gestellt werden. Sie setzt sich bei den Inhalten fort, wo es um die Frage geht, was den Unterschied ausmacht und woran er zu erkennen ist. Hat sich Ihre Ausbildung mit der Lehre der Mediation auseinandergesetzt?
Forschungsbedarf und Hintergrund
Die Auseinandersetzung mit der Frage der Mediationslehre und darüber hinausgehend mit der Frage, welche Lehren es überhaupt gibt und wodurch sie sich auszeichnen, ist Teil der Forschungsarbeit von Wiki to Yes. Sie trägt zur der Qualitätssicherung der Mediation bei und verbessert zugleich die Qualität der Ausbildung.
Die Zusammenstellung der Lehren und die Erfassung von Schulen der Mediation ist ein ausgewiesenes Wiki to Yes Projekt, an dem Sie sich beteiligen können.
Wiki to Yes hat unterschiedliche Mediationskonzepte, Modelle und Formate herausgearbeitet. Aber bereits diese systematische Unterscheidung wird nicht von allen Schulen gelehrt, worunter die Klarheit der Mediation leidet. Es gibt Abweichungen, die sich später durchaus bei der Anwendung der Mediation bemerkbar machen. Mithin entscheidet die Frage, ob und welche Lehre der Ausbildung zugrunde gelegt wird, nicht nur über die Qualität der Ausbildung, sondern auch über die Qualität der Durchführung und nicht zuletzt sogar über die Frage der Vermerktung der Mediation.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und inwieweit die jeweilige Ausbildung sich auf die wissenschaftichen Hintergründe der Mediation einlässt. Kennt und lehrt sie die Mediationstheorie? Ist sie bereit, die unterschiedlichen Lehren anzuerkennen, zu erläutern und gegeneinander abzugrenzen? Was lernen Sie über die Mediation, wenn Sie eine Mediationsausbildung absolvieren und wie unterscheidet sich Ihre Ausbildung von den anderen? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, bedarf es einer Auseinandersetzung mit den jeweiligen Lehrmeinungen und der Frage ob und wie sie sich unterscheiden.
Die Lehre der Mediation
Der Begriff Mediationslehre wurde im Wiki erstmals im Beitrag über die erforderliche Sachkunde des Mediators eingebracht. Er wurde dort als Ausdruck für ein wissenschaftliches System und die Anschauung über ein Problem der Wissenschaft, der Philosophie oder der Kunst und in unserem Fall der Mediation verwendet.1 Wenn es verschiedene Anschauungen über die Mediation gibt, dann gibt es auch verschiedene Lehren der Mediation. Jetzt wird der Begriff der Lehre mit den Schulen gleichgesetzt. Damit sind nicht die Ausbildungsinstitute gemeint. Laut Duden bezeichnet der Begriff Schulen eine bestimmte wissenschaftliche Richtung, die von einer Kapazität ausgeht und von ihren Schülern und Schülerinnen vertreten wird.2 Die Lehre bildet die Grundlagen dieser Schulen aus. Die zu belegende These lautet, dass es auch in der Mediation voneinander abweichende Lehren gibt.3 Wenn die These zutrifft, wäre sie nicht nur ein Beleg für die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Mediation. Sie liefert auch eine Handhabe, ihre Varianz korrekt einzuschätzen.
Worin unterscheidet sich die Lehre?
Das ist eine gute Frage, wenn allein das Mediationsverzeichnis aktuell 196 Varianten und Bezeichnungen für Mediation erfasst. Auch die Terminologie ist alles andere als einheitlich. Oft wird ein neuer Begriff für dasselbe aufgebracht, sodass sich die Darstellung wie eine Innovation anfühlt, in Wirklichkeit aber keine ist. Die Unterscheidbarkeit der Lehren und der letztlich darauf zurückzuführenden Lehrinhalte wird als eine notwendige Bereinigung und Klarstellung angesehen, die zur Förderung der Mediation beiträgt. Sie ist so wichtig, dass sie im Wiki einen Projektstatus bekommen hat.
Üblicherweise werden die Unterschiede an der Rolle des Mediators, der zum Einsatz kommenden Methodik, der theoretischen Basis und dem Anwendungsfeld festgemacht. Daraus ergibt sich die folgende Einteilung:
- Harvard-Konzept (interessenbasiert)
- Transformative Mediation (beziehungsorientiert)
- Systemische Mediation (ganzheitlich)
- Lösungsfokussierte Mediation (zukunftsgerichtet)
- Integrierte Mediation (erkenntnisbasiert)
Zugegebenermaßen weist diese Einteilung zwar auf unterschiedliche Schwerpunkte hin. Bedenkt man aber, dass der Mediator unterschiedliche Rollen (aktiv oder passiv) einnehmen kann, dass die Mediation einen psychologischen oder juristischen Fokus einnehmen kann, dass sie prozess- oder ergebnisorientiert gestaltet werden kann usw. dann wird deutlich, dass nicht alle Konzepte in der Lage sind, die Mediation vollständig zu beschreiben und herzuleiten. Darauf soll es aber abkommen, wenn hier nach Konzepten oder darauf basierenden Schulen unterschieden wird. Die Identifikation der Konzepte und ihre Umsetzung in der Lehre ist ein wichtiger Teil der Forschungsarbeit im Wiki
Im Wiki wird deshalb folgende Einteilung zugrunde gelegt:
Das allgemeine Konzept der Mediation orientiert sich schwerpunktmäßig an dem Harvard-Konzept, woraus sich die sogenannte Verhandlungsmediation ableiten lässt. Eine Anreicherung mit weiteren Theoriefragmenten erlaubt den Ausbau zu einer Verständnismediation. In der hier zugrunde gelegten Mediationssystematik findet sich die Unterscheidung in den Mediationsmodellen wieder. Das Harvard-Konzept kommt in der facilitativen Mediation zum Ausdruck, die Verständnisvermittlung in der transformativen Mediation. In diesem Konzept findet sich die auch in der Ausbildungsverordnung skizzierte allgemeine Lehre der Mediation wieder.
Das Konzept der integrierten Mediation inkludiert die allgemeine Lehre der Mediation. Es geht allerdings darüber hinaus, indem es systematische Zusammenhänge darstellt und Grundlagen definiert, welche die Verhandlungsmediation wie die Verständnismediation in einem Konzept vereinigt. Die Mediation wird durchgängig als eine erkenntnisbasierte Verstehensvermittlung beschrieben. Ihre Grundlage ist die kognitive Mediationstheorie, die aus den Erfahrungen der integrierten Mediation heraus entwickelt wurde. Die wissenschaftliche Herleitung hat dieses Konzept zu einer umfassenden Lehre herausgebildet.
Es wäre vermessen, zu behaupten, dass diese beiden Herleitungen ein abschließendes Bild über die Mediation abliefern können. Egner führte aus, dass es noch eines wissenschaftlichen Diskurses bedarf, um eine allgemeine Theorie zur Mediation herauszubilden oder die kognitive Mediationstheorie als solche zu begreifen.4 Tatsächlich gibt es weitere Ansätze, wie z.B. die systemische Mediation, die noch daraufhin zu untersuchen sind, wie sie in die Klassifizierung der Mediationssystematik hineinpassen. Um derartige Ansätze nicht aus dem Blick zu verlieren, wurde das Konzept "sonstige" eingeführt.
Die unterschiedlichen Auswirkungen
Um die unterschiedlichen Lehren herauszuarbeiten, werden die nachfolgend aufgeführten Indikatoren zugrunde gelegt. Dieser Service soll Ihnen nicht nur die Möglichkeit geben, sich über die unterschiedlichen Ausprägungen der jeweiligen Lehre zu informieren. Er soll den Schulen auch die Gelegenheit geben, sich abzugrenzen und ihre jeweiligen Leistungsmerkmale herauszustellen.
Das Projekt bedarf Ihrer Mitwirkung! Helfen Sie, die unterschiedlichen Lehren und die darauf bezogenen Ausbildungsinhalte zu identifizieren.
Konzepte und Lehren
Den ersten Zugang zu den Lehren ergeben die Mediationskonzepte. Sie bilden die oberste Klasse in der Mediationssystematik. Ein Mediationskonzept nuss auf eine Lehre zurückgeführt werden können, damit es als ein Konzept anerkannt wird.
Leitsätze nach Lehren geordnet
Die Datenbank erfasst alle Theoreme, Lehr- und Merksätze, die in den Text der Wikiseiten eingearbeitet sind. Die Datenbank erlaubt ihre Überarbeitung und erleichtert das Auffinden der Merksätze. Auch sind Zuordnungen möglich. Die Zuordnung zu den Kategeorien erlaubt die Gliederung und Sortierung. Die Zuordnung zu unterschiedlichen Schulen erlaubt ihre Validierung und hilft, die unterschiedlichen Lehren und Sichten auf die Mediation zu erkennen und gegeneinander abzugrenzen.
Fachbegriffe nach Lehren geordnet
Auch die in der Mediation verwendeten Fachbegriffe sind nicht einheitlich. Manche Schulen haben gar eigene Fachbegriffe eingeführt, um ihr Mediationskonzept herzuleiten. Die Glossardatenbank gibt Ihnen die Möglichkeit, die unterschiedliche Verwendung der Fachtermini nachzuvollziehen.
Aufgaben nach Lehren geordnet
Auch die Pflichten und Aufgaben des Mediators können je nach der zugrunde gelegten Schule divergieren. Die Aufgabendatenbank versucht, die Abweichungen darzustellen und aufzufangen.
Inhalte nach Lehren geordnet
Die Lerninhalte können von Schule zu Schule differenzieren. Die Examensfragen decken auf, was in jeder Schule als Wissen vorausgesetzt wird.
Beispiele nach Lehren geordnet
Auch die in den Texten verwendeten Beispiele lassen sich nach Schulen aufteilen. Sie helfen, die unterschiedlichen Sichten auf die Mediation anhand von Beispielen zu erschließen.
Prüfungsfragen nach Lehren geordnet
Hier können Sie sich die Prüfungsfragen einer Mediationsausbildung nach Schulen differenziert anzeigen lassen.
Ausbildungsinstitute
Wiki to Yes versucht die Lehren auch den Ausbildungsinstituten zuzurodnen.
Das Wissensmanagement von Wiki to Yes bietet ideale Voraussetzungen, um die Lehren herauszuarbeiten und gegeneinander abzugrenzen. Es unterstützt sowohl die Anwendung wie die Erforschung der Mediation und wirkt sich natürlich auch auf die Ausbildung aus. Technisch wird die Abgrenzung möglich, indem zentrale Daten in verschiedenen Datenbanken abgelegt und mit den Inhalten verlinkt werden. Die Datenbankeinträge können den als Kategorien hinterlegten Schulen zugeordnet werden.
Forum: Diskussionen im Forscherforum
Included: LehrinhalteProjekt